Fräse ausrichten - Anfängerfrage

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erdling
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Fräse ausrichten - Anfängerfrage

Beitrag von erdling » 10.06.2021, 22:34

Hallo zusammen!

ich habe mir jetzt einige Beiträge und Videos zum Thema Ausrichten durchgelesen, ich hadere jetzt jedoch daran, wo ich am besten anfange.

Die Fräse, so wie sie auf den Bildern ist, ist der aktuelle Status. Da es mein erstes Projekt dieser Art ist, habe ich sie natürlich zusammengebaut, bevor ich sie ausgerichtet habe. Das habe ich einerseits gemacht, weil ich sie in Betrieb sehen wollte und andererseits, weil mir noch die Werkzeuge dazu fehlten. Ich habe mit der Fräse schon einige Teile gefräst, auch über längere Zeiträume und sie funktioniert ganz gut. Der Stil ist im Nachhinein recht ähnlich zu einer Fenja Fräse. Die maximalen Verfahrwege sind 550x550x170, die kompletten Abmaße ca. 750x750x600. Bitte verzeiht mir die mangelnde Energiekette, irgendwann mache ich das auch noch :)

Nun habe ich mir endlich eine Spannplatte aus MDF gekauft, in die ich Rampamuffen einschrauben will. Und hier ist meine Frage: Macht es Sinn, die MDF-Platte als Basis für meine Ausrichtung zu verwenden? Ich könnte z.B. einen Flachwinkel DIN-875/0 auf die Platte legen und dann zuerst die y/Tischachse dazu ausrichten (also einen Veränderung in Z). Anschließend die restlichen Achsen dazu.
Bei diesem Ansatz habe ich jedoch die Befürchtung, dass die MDF Platte an sich nicht 100%ig eben sein wird, andererseits ist die darunterliegende Basis auch nicht perfekt, wodurch die Platte gebogen werden könnte.
Eine alternative Vorgehensweise wäre für mich, die Achsen zueinander auszurichten und die Spannplatte anschließend planzufräsen.

Ich bin für alle Tipps dankbar. Vielen Dank schon im Voraus und viele Grüße!
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KarlG
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Re: Fräse ausrichten - Anfängerfrage

Beitrag von KarlG » 11.06.2021, 10:55

Moin,
erdling hat geschrieben:
10.06.2021, 22:34
Macht es Sinn, die MDF-Platte als Basis für meine Ausrichtung zu verwenden?
Nach meinen Erfahrungen sind MDF-Platten meist recht eben (plan), was aber im Einzelfall zu prüfen wäre und definitv nicht mehr zutrifft, wenn das DIng verschraubt wird und damit die Unebenheiten des Untergrundes erbt.

Grundsätzlich wäre erstmal zu gewährleisten, dass der Grundrahmen eben ist, alle Achsen geradeaus fahren und die Winkligkeit der Achsen zueinander stimmt. Das geht ohne Messmittel (Referenzen) nicht wirklich genau.

Aushilfsweise könnte man die MDF (mit mehrfachem Umschlag) benutzen, die Ebenheit des Grundrahmens annäherend herzustellen und dann die Linearführungen gegen die Profile ausrichten (Geradheit). Wenn das alles "passt", dann mit dem Winkel die Achsen zueinander.

Besser als ein paar Zehntel mm Toleranzen ist hier aber vermutlich nicht machbar.

Gruss
Karl

erdling
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Re: Fräse ausrichten - Anfängerfrage

Beitrag von erdling » 11.06.2021, 13:28

Hallo Karl, danke für die Antwort.

Ich weiß leider nicht, was du mit "mehrfachem Umschlag" meinst. Mithilfe der MDF-Platte den Rahmen ausrichten, finde ich gut. Ich könnte den Rahmen zerlegen und diesen dann, mit der MDF-Platte als Unterlage, wieder zusammenbauen. So würde sich die Platte aufgrund von Unebenheiten im Rahmen weniger verformen.

Welche Messmittel meinst du? Ich habe zwei DIN875/0 Winkel, einen mit Fuß (300x200) und einen ohne (265x130), sowie eine Messuhr mit Stativ.

Wenn ich die Tischachse gegen die Profile ausrichte, muss ich dann ja schon das ganze Portal zusammengebaut haben, da sonst die Wägen seitlich kippen können. Macht es hier Sinn, eine Achse der Tischachse gegen die Profile auszurichten und zu fixieren und im Anschluss die verbleibende Tischachse durch hin- und herfahren des Portals auszurichten? So könnte die Geradheit zueinander hergestellt werden, allerdings könnte dann das Portal gekippt sein, wenn die Höhe der zweiten Achse nicht passt... schwierig. Das würde dann erst beim Ausrichten der Portalachse auffallen, wodurch ich dann wiederum erneut eine Tischachse in der Höhe ändern muss. Gibt es hier ein cleveres Vorgehen?

Danke im Voraus und LG

KarlG
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Re: Fräse ausrichten - Anfängerfrage

Beitrag von KarlG » 12.06.2021, 06:49

erdling hat geschrieben:
11.06.2021, 13:28
Ich weiß leider nicht, was du mit "mehrfachem Umschlag" meinst.
Da Du damit rechnen musst, dass die MDF-Platte eben nicht 100% plan ist (gewölbt, verdreht), drehst Du das Ding (mehrfach) um 180°, stellst es dann "auf den Kopf" und drehst es wieder. So kannst Du evtuelle Ungenauigkeiten "mitteln" und über den "Kippeltest" die "Berge" und "Täler" des Grundrahmens ermitteln. Das geht natürlich mit Metall oder Stein viel besser, aber wenn man nix anderes hat, ist es besser als nix.
Ich könnte den Rahmen zerlegen und diesen dann, mit der MDF-Platte als Unterlage, wieder zusammenbauen. So würde sich die Platte aufgrund von Unebenheiten im Rahmen weniger verformen.
Ähhhmmm - Dir ist schon klar, dass so eine Platte nicht besonders steif ist und mit der Auflast des Grundrahmens dann die "Ebenheit" (oder eben nicht) des Untergrundes annimmt? Ich sehe hier nicht wirklich einen Lösungsansatz, denn in einem "normalen" Haushalt findest Du keinen Untergrund, der als Referenzfläche geeignet wäre. Hätte man geeignete Messmittel, könnte man so einen Untergrund (durch Unterlegen) herstellen, aber da bist Du wieder bei den teuren Investitionen.
Welche Messmittel meinst du?
Idealerweise eine Messplatte - das ist aber illosorisch, wenn man nicht jemanden kennt, aber zumindest ein genaues Lineal über die ganze Länge der Maschine.

Du hast im Wesentlichen zwei Probleme:
- Die Ebenheit des Grundrahmens und
- Die Linearführungen zu dieser ("virtuellen") Fläche auszurichten.

IdR. sind die Aluprofile an zwei Seiten recht gerade (Hundertstel) und an den anderen beiden Seiten gewölbt (vermutlich Zehntel). Wenn man so einen Rahmen einfach zusammenschraubt, wird der normalerweise (ohne plane Unterlage) "verdreht" sein - eine Seite fährt aufwärts und die andere abwärts. Das findest Du mit dem Kippeltest raus und kannst es iterativ korrigieren. Also dass die Stirnseiten parallel stehen und die Profile zwischen des Stirnseiten auch und an allen vier Stoßstellen OK Profil und OK Stirnplatte fluchten (Haarlineal).

Dann kannst Du die Linearführungen gegen OK Profil einmessen.

Gruss
Karl

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