Gewindewirbler Kernloch

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Friedi
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Gewindewirbler Kernloch

Beitrag von Friedi » 25.10.2019, 16:11

Hallo zusammen,

Hab da mal eine Frage.
Ich verwende einen dieser Gewindewirbler:
https://www.sorotec.de/shop/Zerspanungs ... defraeser/

Gelten hier die gleichen Werte für den Kernlochbohrer wie bei Regulären (Maschinen-)Gewindeschneidern ?
Also konkret, würde Ich für M8 hier auch mit 6.8mm vorbohren ?

Danke schonmal und schönes WE,
Friedi

holger
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Re: Gewindewirbler Kernloch

Beitrag von holger » 25.10.2019, 17:47

Ja, denn du fräst damit nur die Gewindegänge.

Friedi
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Re: Gewindewirbler Kernloch

Beitrag von Friedi » 25.10.2019, 22:38

Ah ok Danke für die Antwort.

Ich hatte vor es mit NC Anbohrer vorzubohren, hält sich dann das verlaufen von dem normalen Bohrer in Grenzen ?
Ich würde gern sehr genaue Gewinde erzeugen, da dies eine Raster Gewindeplatte für meine Fräse werden soll.

Wäre es vlt. eher empfehlenswert zB. Nur mit einem 6er Bohrer zu Bohren und den Rest mit Fräser zu schlichten ?

Und falls jemand auch Autodesk Fusion nutzt, hat da jemand schon Erfahrungswerte mit den Einstellungen, also nur für den Gewindewirbler ?

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Christian Knüll
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Re: Gewindewirbler Kernloch

Beitrag von Christian Knüll » 26.10.2019, 00:13

Hallo,
Friedi hat geschrieben:
25.10.2019, 22:38
Ich würde gern sehr genaue Gewinde erzeugen, da dies eine Raster Gewindeplatte für meine Fräse werden soll.
Gewinde wirbeln ist komfortabel gerade wenn es um sehr viele Gewinde geht, von der Genauigkeit und Belastbarkeit her ist es allerdings eine relativ ungünstige Option:
  • Genauigkeit würde ich jetzt erst mal nicht überbewerten.
    Es spielt für so einen Zweck keine sonderlich große Rolle ob das Gewinde innerhalb Norm ist oder nicht - Hauptsache die Schrauben gehen rein und die Steigung stimmt so dass die Gewinde nicht gleich durch die 1. Schraube vermurkst werden.
  • Auch ob das Gewinde ein paar Zehntel daneben liegt ist relativ egal - zum präzisen positionieren eignen sich Gewinde aufgrund ihres Spiels so oder so nicht gut. Für den Zweck lieber noch ein paar vorgefräste und dann geriebene Löcher für Passstifte vorsehen.
  • Es ist allerdings ziemlich einfach die Position der Löcher sehr genau zu halten wenn sie gefräst anstatt gebohrt werden. Je nach Spindel ist Bohren so oder so kaum möglich (meist zu hohe Drehzahl).
  • Das Hauptproblem beim Gewindefräsen ist dass es relativ schwach belastbare Gewinde erzeugt - erst recht wenn die Fräse nicht perfekt rund fährt. Kein großes Problem für Verbindungen die 1x im Leben zugeschraubt werden - für eine Gewindeplatte bei der manche Gewinde dagegen hunderte oder tausende male festgezogen werden nicht gerade optimal. Deswegen die Gewinde eher zu eng halten um möglichst viel "Fleisch" in den Gängen zu erhalten -> Vorversuche machen bis die Schrauben gerade so ohne unnötige Kraft rein gehen.
  • Anstatt Gewindefräsen würde ich für den Zweck allerdings eher einen Gewindeformer (Former - nicht Schneider) verwenden und von Hand bzw. mit Akkuschrauber die Gewinde formen. Solche Gewinde halten langfristig viel mehr aus weil das Material der Gewindegänge nicht geschnitten, sondern verdrängt und verfestigt wird. Musst ja nicht gleich alle auf einmal machen, sondern mit der Zeit einfach nach und nach die jeweils benötigten Gewinde herstellen - die meisten Löcher so einer Platte sehen in ihrem Leben ja keine einzige Schraube.
Christian

Stud54
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Re: Gewindewirbler Kernloch

Beitrag von Stud54 » 26.10.2019, 09:24

Das mit dem Gewinde fräsen machen wir in der Arbeit auch, allerdings etwas anders.
Wie Christian schon gesagt hat, es hält nicht allzulange.

Wir fräsen das Kernloch und fräsen auch das Gewinde. Danach wird allerdings ein Gewindeeinsatz eingeklebt. Diese Dinger haben ein Außengewinde und ein Innengewinde, sind gute 60HRC hart und haben oben einen Bund. Damit kann man dann getrost viele Jahre leben.

Ein weiteres, und nicht zu unterschätzendes Problem ist die Ungenauigkeit, die du dir in einem Fräsdurchgang auf deiner Platte erzeugst. Die Gewinde werden auf Grund deines Steigungsfehlers deiner Spindel nie dort sein, wo du es möchtest.
Wenn das keine Rolle spielt, dann ist alles gut. Bei Gewindeeinsätzen eh nicht soooo schlimm.

Bei gewollten Abständen mit Bundbuchsen kann es da schon Probleme machen.


Das Foto hab ich fix im Netz gesucht. Das sind nicht die, welche wir verwenden.

3582779.jpg

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