leiser Motor für die Werkstatt?

Fragen / Tips zu Serienmaschinen und was sonst nirgends reinpasst
Antworten
django013
Beiträge: 1178
Registriert: 18.01.2016, 17:12

leiser Motor für die Werkstatt?

Beitrag von django013 » 05.08.2018, 16:12

Moin moin,

in der Hobbywerkstatt gibt es ja jede Menge Bedarf an Antriebsmotoren. Sei es ne Bandsäge, ein Bandschleifer, die Absaugeinrichtung, etc. pp.

Schafft man sich ein günstiges Hobbygerät an, erhält man meist ein kreischendes Teil, welches einem mit 90 oder mehr Dezibel den letzten Nerv raubt. Oft liest man, dass Spezialisten dann den Motor getauscht haben und fortan Ruhe haben.

Das Thema interessiert mich sehr, allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung habe.
Wenn ich mir meine Maschinen so anschaue, dann fällt der Doppelschleifer auf, der fast unhörbar ist, sobald er seine Solldrehzahl erreicht hat. Das andere Ende markiert die große Oberfräse mit 1,8kW, die im Leerlauf schon so kreischt, dass selbst der Kopfhörer nicht ausreicht :(

Gut, es gibt ne über 10fache Leistungsdifferenz (der Doppelschleifer hat 150W), aber ich denke, das kanns nicht alleine sein. Die Hilda-Schleife hat nur 96W und schlägt fast die große Oberfräse mit Kreischen. Es muss also Unterschiede in der Bauart geben, die sich auf die Lautstärke auswirken.
Die Oberfräse hatte ich mal auseinander genommen und dabei entdeckt, dass der Läufer mit Bohrungen gewuchtet ist. Unwucht kann also wohl kaum die alleinige Lärmquelle sein.

Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte und mir ein paar Tips geben könnte, worauf ich beim Kauf eines Motors achten sollte. Ich habe leider nur einen Einphasen-Haushalt, muss also kleine Brötchen backen. Aber für leise Motoren würde ich auch etwas länger sparen ;)

Gruß Reinhard

sswjs
Beiträge: 236
Registriert: 23.09.2016, 16:52

Re: leiser Motor für die Werkstatt?

Beitrag von sswjs » 05.08.2018, 17:20

Moin,

und hallo Reinhard. Lärm, bzw. Schwingungen, sind immer eine Energieabgabe die der eigentlichen Funktion der Maschine entzogen wird.
Hinzu kommen noch Resonanzen von Maschinenbauteilen. Gerade diese Resonanzen machen den Lärm. Das ist schon nachgewiesen, denn verändern man die Resonanzfrequenz der Teile, z.B. durch Aufkleben von Schaumstoff oder konstruktives verändern der Teile, sinkt die Lärmabgabe dramatisch.

Bestes Beispiel ist ein Auto, da gibt es sogar Klangdesigner, die den Klang im Innenraum "herstellen". Das zweite Beispiel ist der Staubsauger. Der ist nur so laut, weil leise Staubsauger den Eindruck erzeugen, keine Saugleistung zu haben.

Allerdings hab ich den Verdacht, daß dieses Prinzip auch bei billigen Maschinen angewand wird, um von der doch manchmal unzureichenden Leistung abzulenken.


Aber im Prinzip gilt: wenn du eine Maschine leiser machen willst, kill die Resonanzen. Außer beim Wirbelrohr, das verliert dann seine Funktion. Aber das ist eine andere unerfoschte Geschichte...


sswjs, aka Jens
Maschinen: High-Z 1000 mit Kress FME-1050/1, Stepcraft 1/600 umgebaut mit Kress FME-1050

Empusas
Beiträge: 38
Registriert: 30.08.2018, 14:33

Re: leiser Motor für die Werkstatt?

Beitrag von Empusas » 23.09.2018, 15:05

Hallo Rheinhard,

das Problem mit dem Einphasenstrom habe ich auch. In der gemieteten Garage gibt es 220V/16A sonst nix. Was mich natürlich auch bei der Wahl der Komponenten, vor allem der Spindel sehr einschränkt.

Aber um mal auf dein Einphasen Problem zu kommen. Du kannst auch jeden Drehstrommotor mit einem VFD wie er für die Spindeln benutzt wird betreiben. Neben der Leistung muss eben auch die Spannung stimmen. Je nachdem ober der Motor im Stern oder im Dreieck verschaltet ist brauchst du dann 220V bzw. 380V Ausgangspannung. Meistens kannst du im Motorklemmbrett die Verschaltung selbst fest legen, was natürlich einen Einfluss auf die Leistung des Motors hat. Eingang des VFD muss dann halt 220V mit 1 Phase sein. Sowas hier z.B. https://de.aliexpress.com/item/1-5KW-15 ... 63566.html

Ein Freund von mir hat von einer Verwertungsfirma für Betriebsauflösungen eine Standbohrmaschiene für weniger als den Kilopreis des Eisens erstanden. Das Ding ist so stabil gebaut das man damit sicher auch fräsen könnte. Aber hat ein altes schätzchen mit Riehmenscheiben wo man die Drehzahl einstellt und eben einem kleinen Drehstrommotor.
Erst haben wir überlegt welcher Aufwand das wäre von seinem Hausanschluss eine Drehstromleitung bis in den Schuppen zu legen. Nach kurzer überlegung haben wir dann so einen VFD bestellt, war so um die 100€ bei ebay. Die Riemen legt er kaum noch um, denn jetzt kann er die Drehzahl auch bequem am VFD einstellen. Und billiger wars am Ende auch noch.

Und das könnte auch dein Problem lösen, denn wenn du die Drehzahl steuern kannst, dann hat auch auch Einfluss auf die Resonazen die enstehen.
Schönen Gruß
Sascha

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast