Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Werkstoffe, Werkzeuge, Bohr- & Fräsparameter
1,5linkepfoten
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Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von 1,5linkepfoten » 11.08.2018, 19:34

Moin,

für eine bestimmte aufgabe las ich in einem Englischen artikel mal als empfehlung, "ball nose end mills" zu verwenden.
Auf Deutsch ist das "Kugelfräser"?

(da noch nie was gefräst und die ersten fehler noch warten, schien mir china zeug erst mal nicht unangebracht. Wobei mit den "Tungsten Carbide End Mill Cutter HRC55 TiAlN Coating" teilen manche leute zufrieden zu sein scheinen)

Aber eins verwundert mich gerade: Ausschließlich bei den "ball nose" teilen sind bei jedem einzelnen, scheinbar, ein falscher durchmesser geliefert worden. Z.b. ein als 3mm angegebener misst 5mm.
Ich sah mal eine grafik, wo gezeigt wurde, dass nicht die volle tiefe, sondern nur so ein bisschen der spitze genommen wurde, und der effektive durchmesser geringer ist, als der volle.
Ist es etwa üblich, einen geringeren durchmesser anzugeben? (wobei der dann ja für eine best. tiefe spezifisch wäre, fände ich merkwürdig..)
Ansonsten muss ich mich wohl beim Versender beschweren.

Gruß

FerdinandFräs
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von FerdinandFräs » 11.08.2018, 23:46

Moin,
"Tungsten Carbide ... TiAlN Coating" sind normale Hartmetallwerkzeuge (Wolframkarbid als Hauptbestandteil) mit Titan-Aluminiumnitrid-Beschichtung, also gängige Standardware für Stahl mit niedriger bis moderater Festigkeit.

Ballnose sind Kugelfräser, allerdings steht der Begriff im Deutschen sowohl für Fräser mit einer tatsächlichen Kugel als auch für Fräser die eben vorne rund sind... Die Dinger werden oft über den Radius angegeben, ein 3er Kugelfräser hat also R3 und D6. Warum deiner 3 heißt aber den Durchmesser 5 hat - keine Ahnung. Was hast Du denn vor mit den Kugelfräsern? Die Teile haben das Problem, dass in der Mitte die Schnittgeschwindigkeit gegen 0 geht, deshalb werden die oft so angestellt dass die Mitte nicht im Eingriff ist (5-Achs). Wenn Du mit dem Vorschub vorsichtig bist gehts auch so aber je nach Anwendungsfall wäre ein Torusfräser eventuell besser.

Gruß Dennis

1,5linkepfoten
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von 1,5linkepfoten » 12.08.2018, 13:55

Die Dinger werden oft über den Radius angegeben, ein 3er Kugelfräser hat also R3 und D6
Ah, da sind so bezeichnungen wie "R3" drauf, und dann ne menge chinesisch, und zwar buchstäblich, äh, oder wie auch immer die dinger heißen ;)
Ich hab nicht nachgemessen, da ich noch nichts von dem kram ausgepackt habe. Noch in plastikbox, nur von außen grob ein lineal drangehalten... war dann nicht exakt was ich schrieb, aber ich sah schonmal, dass es nicht der draufgeschriebene durchmesser war.
Was hast Du denn vor mit den Kugelfräsern?
*lach* das weiß ich schon gar nicht mehr. Ich hab über 4 monate oderso gewartet, als 1 monat kein weiterer kleiner china umschlag kam, dachte ich dann mal, das wars wohl von der bestellung, und zeit für bestandsaufnahme. (die haben das von sich aus aufgeteilt. Nagut, is zollfreundlicher.) Ich habe schon wieder vergessen, was das für'n artikel war, den ich da las.
Angeregt von verschiedenen gelesenen anwendungsszenarien, habe ich einfach mal einige verschiedenartige fräser mit jeweils einer handvoll verschiedener durchmesser gekauft - war halt nicht sehr teuer. Einfach zum etwas rumprobieren und erste erfahrungen sammeln.

Es gibt hier noch kein konkretes projekt - mal abgesehen vom generellen vorhaben "platinen fräsen", wo, schätze ich mal, diese gravurteile das werkzeug der wahl sind? Für die kupferschicht, meine ich. Für fräsen von konturen im platinenmaterial (so glasfaser verbund zeug), was nähme man da wohl am besten?
Und wie heißt es auf deutsch, was die amis "2-flute", "4-flute" etc. fräser nennen? Ich nehme mal nicht an "flöte" :D

Ich werde mir da einiges noch mal wieder durchlesen und dann damit auch tatsächlich was machen müssen, damit das hängen bleibt, schätze ich ;)

django013
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von django013 » 12.08.2018, 14:28

Moin moin,
Für fräsen von konturen im platinenmaterial (so glasfaser verbund zeug), was nähme man da wohl am besten?
Hm, also der Glasfaserkern ist extrem abrasiv und macht "normale" Werkzeuge innerhalb kürzester Zeit stumpf.
Gibt spezielle CFK-Fräser, die sind recht teuer ...

Ich habe mir mal vor Jahren so ein 10er Pack von Diamantscheiben für den Dremel (Proxxon, Microdrill, o.ö.) gekauft.
Ich habe damit schon zig Platinen zersägt, Werkzeuge angeschliffen und auch ALU und Stahl abgelängt ...
... und ich arbeite immer noch mit der ersten Scheibe.
Ich arbeite damit freihand, nach Gehör. Hat sich definitiv für mich bewährt :D

Gruß Reinhard

1,5linkepfoten
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von 1,5linkepfoten » 12.08.2018, 15:03

Okay, nehm ich dir ab. Nur, wenn *ich* das freihand mache, wird das vermutlich leider anders aussehen :D *verweist noch mal auf den forennamen*

Ich meine auch u.a. so vor-perforierungen, um mehrere gleiche platinen leicht trennen zu können, plus einegfräster durchgehender nut, damit das material dünner uind leichter zu brechen / durchzuknipsen ist.
Naja, und in manchen fällen, spezialformen für platinen, die schon recht genau sein sollen.

Das ist natürlich fies, wenn das zeug fräser so verschleißt, aber damit wird man dann wohl leben müssen, bzw. ich jedenfalls, der sowas lieber nicht per hand macht ;)
Oder ich muss mal in so einen teuren spezialfräser investieren, und mir gut überlegen, welcher durchmesser die meisten aufgaben für mich lösen kann, damit ich nicht viele davon kaufen muss...

Und das durchbohren von platinen für montagelöcher, evtl. durchkontaktierungen und so? (sowas wie 0,5mm loch durch, oder mal ne M3 schraube)
Fräst man da einfach durch, wenn man eh schon mal am fräsen ist und der passende durchmesser gerade eigespannt ist, oder nimmt man spezielle bohrer dafür?

KarlG
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von KarlG » 12.08.2018, 16:04

Auf eBay gibt es (bzw. gab es) immer mal wieder günstige Angebote gebrauchter Fräser aus der Leiterplattenproduktion. DIe werden turnusmäßig getauscht und haben meist noch die volle Schärfe - zumindest aber eine im Privatbereich akzeptable "Restlebensdauer"...

django013
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von django013 » 13.08.2018, 06:58

Nur, wenn *ich* das freihand mache, wird das vermutlich leider anders aussehen
Man kann sich auch ne Kreissäge mit Anschlag für die Scheiben bauen ...
... aber solange die Platinen für Dich und Freunde sind, wen interessiert da wie der Rand aussieht?
Die Führung der Leiterbahnen und ne saubere Verlötung trägt viel mehr zum guten Aussehen bei.
Abgesehen davon, ist der Schnittbreitenverlust bei der Diamantscheibe viel geringer :D

... aber ok, wenn's Dir wichtig ist, musst Du eben Geld für ausgeben :D
Und das durchbohren von platinen für montagelöcher, evtl. durchkontaktierungen und so?
Montagelöcher kannst Du mit üblichen Baumarktbohrern bohren. Anders bei Durchkontaktierungen. Da musst Du einfach mal schauen, wie Du mit Nieten klarkommst. Deren Verwendung beeinflusst auch die Platinenparameter beim routen.
Ganz zu Begin habe ich mir VHM-Bohrer angeschafft - die wichtigsten waren schnell abgebrochen und wenn sie stumpf waren, hatte ich ein kleines Problem, die wieder scharf zu bekommen.

So bin ich dann umgestiegen auf Billigst-HSS Bohrer - such mal in der Bucht nach 10x HSS-Tin Bohrer 0,8mm oder so ...
... das 10er Pack meist für nen Euro oder so.
Ein Bohrer hält längstens eine Platine, danach isser stumpf. Ich sammel die stumpfen in einer Extrabox und die werden dann großzügig nachgeschliffen. Großzügig deshalb, weil der Umfang des Bohrers auch stumpf/kleiner wird. Also schleif ich soviel ab, bis der Umfang auch wieder sauber ist.

Gruß Reinhard

FerdinandFräs
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von FerdinandFräs » 13.08.2018, 11:14

Moin,
1,5linkepfoten hat geschrieben:
12.08.2018, 13:55
Und wie heißt es auf deutsch, was die amis "2-flute", "4-flute" etc. fräser nennen? Ich nehme mal nicht an "flöte" :D
Die Flöten heißen schneiden, also einschneider, zweischneider etc.
KarlG hat geschrieben:
12.08.2018, 16:04
Auf eBay gibt es (bzw. gab es) immer mal wieder günstige Angebote gebrauchter Fräser aus der Leiterplattenproduktion.
Diesen Link hat mal irgendwer hier gepostet.
Nimm die diamantverzahnten "Bevorzugt einzusetzen zum Besäumen von Kanten besonders aus abrasiven Basismaterialien"

Gruß, Dennis

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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von 1,5linkepfoten » 13.08.2018, 21:26

aber ok, wenn's Dir wichtig ist, musst Du eben Geld für ausgeben
Naja, wenn das eine maschine von selbst macht, und ich meine pfoten da nicht in der nähe habe, ist das auch schon mal ein entscheidender vorteil. Ich bin mit meinen gedanken auch gern mal so halb woanders, das verträgt sich nicht ganz so gut mit sowas. ;) Mir sind rotierende trenn-werkzeuge für handbenutzung nicht ganz geheuer :D Okay, ich habe eine kleine handkreissäge für holzteile - mit schutzblech, das sich via feder automatisch vor diese fiesen zähne zieht, die tendentiell so hautunfreundlich sind! ;) (und knochen und so)

Nieten erwähnst du (bzgl. vias). Bisher dachte ich eher, ich löte da halt irgendwelche stoppel ein, vllt. mit nem ring auf der oberseite gegen durchfallen (besonders dünne "lötnägel", oder was auch immer man da finden kann).
Aber wenn man so kleine nieten selbst kaufen kann... das klingt auch lustig. Ist es kompliziert, das da reinzubekommen?
Extrem lustig wäre ja, sich ein tool zu bauen, das vias, wie auch immer geartet, mit der CNC da reinsetzt. Ein mechanischer vorgang wie nieten wäre bestimmt zu kompliziert dafür, aber wenn man irgendweche teile hätte, die man einlöten kann (lötpase und ab in den ofen, oderso), und die nicht einfach durchfallen (daher der erwähnte "stift mit ring"), das könnte einiges an arbeit sparen. Also CNC missbrauchen als primitive pick & place maschine für nur ein einziges bauteil.

Interessanter link auch, von FerdinandFräs! Hm, ja, warum nicht mal "ne tüte fräser" (so in etwa das angebot ;)) kaufen, und gucken, wie die so sind.

KarlG
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Re: Kugel-Fräser(?) Durchmesser

Beitrag von KarlG » 13.08.2018, 23:34

1,5linkepfoten hat geschrieben:
13.08.2018, 21:26
Bisher dachte ich eher, ich löte da halt irgendwelche stoppel ein, vllt. mit nem ring auf der oberseite gegen durchfallen (besonders dünne "lötnägel", oder was auch immer man da finden kann).
Das haben wir vor 30 Jahren so gemacht. 2-seitige Platine, dünnes Drähtchen abgeknickt und durchgeschoben; IC draufgestöpselt und dann erstmal oberseitig und dann unterseitg verlötet. Braucht gute Augen und "etwas" Ruhe....

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