Eine neue Fräse soll entstehen...

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Olli-CNC
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von Olli-CNC » 11.01.2018, 19:09

Wow, hier ist ja richtig was passiert :dh klasse, Danke an alle Mitwirkenden

Ich versuche das jetzt mal Stück für Stück zu beantworten:
carbonkid hat geschrieben:
09.01.2018, 20:22
Hallo Oliver,
als Steuerung solltest du auch einen Blick auf die CSMIO-IP-M (oder IP-S) von den Jungs von CS-Lab aus Polen werfen.
Die hat unter anderen auch Sebastian End an seiner jetzigen Maschine. Vorallem jetzt noch viel mehr eine alternative da sie seit kurzem mit simcnc eine eigene Steuerungssoftware haben und man so von Mach3/Mach4 weg kommt.
@carbonkid
Die CSMIO's hab ich mir auch schon angesehen, aber wie weiter oben schon geschrieben steht, ist die Auflösung mit 125KHz etwas Mager

Marco hat geschrieben:
10.01.2018, 11:40
mit der Sim Software wäre ich noch ein wenig vorsichtig. Mach 3 ist schon eine gute SW zu einem Top Preis. Und jahrelang erprobt. Noch eine gute Oberfläche dazu und dann hast du echt was gutes. Aber die CS Lab Steuerungen sind echt top. Habe auch die IP/M am laufen.

Gruß Marco
@Marco
Ja da hast Du Recht, Mach3 ist ausgereift, aber auch schon sehr in die Jahre gekommen, ich würde da eher zur Mach4 greifen

django013 hat geschrieben:
10.01.2018, 14:57
Moin Oliver,

schön, dass Du zu uns gefunden hast! Mit Deinen 30 Jahren Fräser-Erfahrung kannst Du hier eine Kompetenzlücke füllen :D Klasse.

Deine Fräse wird von den Maßen fast wie meine. Nur werde ich vorerst bei Steppern bleiben. Gibt soviele Möglichkeiten, wo Probleme auftreten können, da muss ich mich nicht noch freiwillig nach Problemen umsehen ;)

Wenn Dir Geschwindigkeit wichtig ist, dann solltest Du Steuerungen wie CSMIO und Co. außen vor lassen. Genau wie die einfachen Eding-Steuerungen. Stepper-Endstufen machen 200kHz, die Servo-Endstufen 250kHz - das solltest Du als Minimum für Deine Steuerung ansetzen. Ich würde Dir empfehlen, Dir mal die CNC760 von Eding anzuschauen. Vielleicht lässt sich ja sogar eine Vorführung bei Sorotec arrangieren?

Ich denke, bei der Maschine muss man Dir nicht viel sagen - da wirst Du genug Erfahrung von Profimaschinen mitbringen. Als Tip nur soviel: plane lieber mit Reserven, denn es hat sich gezeigt, dass die Ansprüche mit den Möglichkeiten steigen. Also wenn Du mit ner 3kW Spindel anfangen willst, nimm trotzdem nen FU mit 5kW oder mehr. Die Lust nach mehr Power kommt von ganz alleine ;)

Thema Werkzeugwechsler kannst Du Dir für später aufheben. Du solltest nur wissen, ob Du das mal willst, oder nicht. Denn wenn ja, dann macht es Sinn, Dir beim Portalentwurf ein seitliches Ausfahren zum Wechsler vorzusehen. Beeinflusst die Portalwangen, bzw. überhaupt die Portalsäulen.

Für die Konstruktion empfehle ich Dir ein strukturiertes Vorgehen, möglichst grob anfangen und nach und nach die Details ausarbeiten. Du bist schon viel zu detailverliebt. Das rächt sich später, wenn Du umgruppieren musst oder so.
Für mich hat es sich bewährt, in Baugruppen zu arbeiten und zu denken.
Dazu gleich zu Anfang die Baugruppen anlegen und die wichtigsten Komponenten festlegen.
Also z.B. Z-Schlitten, Portal-Schlitten, Portal, Sockel, Rotationsachse, etc.
Ich habe jede Komponente in einer eigenen Datei und dann eine Datei, in der alles zusammengefügt wird. So kannst Du die Komponenten bewegen und in der Zusammenführung arrangieren und trotzdem separat jede Baugruppe verfeinern.
Dann macht es Sinn, sich Gedanken über die wirkenden Kräfte zu machen. Dazu einfach mal vorstellen, die Fräse wäre statt aus Metall aus Gummi. Dann merkt man schnell, wo sich was verbiegen könnte und wie man dem vorbeugen kann.
Ich habe alles mit Blender gemacht, weiß also nicht, was fusion360 da so bietet.

Bei der Rotationsachse gibt es die Möglichkeit, diese auf der Arbeitsfläche bei Bedarf aufzubauen, oder sie in das Konzept zu integrieren. Eine Integration führt dann zwangsläufig zum Gantry-Antrieb.

Gruß Reinhard
@Reinhard
Wenn ich in Sachen Zerspanen hilfreich sein kann, dann sehr gerne.
Die CNC760 ist ja nicht gerade ein Schnäppchen (aua), was wäre denn mit dem ESS und was bräuchte ich noch zusätzlich?
Ok, FU größer nehmen kann nicht Schaden.
Ja die Sache mit dem Wechsler, da brauche ich dann definitiv nen Antriebsmotor mit Lagesensor, denn ich will die Mitnehmersteine an der Spindel nutzen. Gut, ich muss ne Entscheidung treffen ob da (irgendwann) ein Wechsler hin soll oder nicht und falls ja, wie stell ichs an.
Bei der Konstruktion gehe ich schon strukturiert vor, ich habe ja so einige Skizzen hier vor liegen, aber Du hast auch Recht, ich bin da schon ziemlich früh detailverliebt, allerdings möchte ich auch sehen was Fusion so drauf hat und weil ichs auch noch lernen muss.
Ich mache mir viele Gedanken um wirkende Kräfte, zB gerade aktuell, Durchbiegung der Tragkonstruktion durch die Last des Arbeitstisch und die Last des Portals. Bei den Formeln war das Köpfchen ganz schön am qualmen :am
Bzgl. China-Fertigfräse: Ja, habe ich mir im Vorfeld bereits auch angesehen, aber das sind Schweißkonstruktionen, soll heißen, nicht zerlegbar, somit bekomme ich das Teil nicht in den Keller.

jogger hat geschrieben:
11.01.2018, 10:11
Hallo Oliver,
Olli-CNC hat geschrieben:
09.01.2018, 20:05
Spindel = BT30 Selbstbau (danke an Alex für seine Videos darüber), ich weiß nur nicht welchen Motor ich dafür als Antrieb nehmen soll, möchte auch Gewinde schneiden können (Servomotor?), Leistung ca. 3KW
...
Mir ist zum einen die Geschwindigkeit wichtig, aber, gerade bei der Alubearbeitung, die Oberflächengüte und Maßhaltigkeit.
Nur als Anmerkung zum Spindelmotor:

Da Du einerseits Gewinde schneiden möchtest, sie andererseits aber auch sehr schnell sein soll, wirst Du um einen Kompromiss nicht herumkommen. Bei einer hochdrehenden Spindel kannst Du Dir leicht ausrechnen, wieviel Drehmoment da bei 3kW noch übrigbleibt. Zusätzlich hast Du bei solchen Drehzahlen entsprechende Verluste (nicht umsonst gibt es bei höheren Drehzahlen gerne mal eine Wasserkühlung). Von den 3kW kommen dann unten entsprechend wenig an.

Ich habe hier einen Servomotor mit 2,6kW und 10Nm Drehmoment. Den werde ich sicherlich nicht mit viel mehr als 3000/min fahren, kann dafür aber direkt Gewinde schneiden, kleinere Messerköpfe einsetzen und natürlich dickere Späne machen (was der Standzeit zu Gute kommt). Dafür sind dann die Schnittkräfte wieder höher und Gravurarbeiten langsamer usw.

Bei hochtourigen Spindeln bleibt bei 3kW eigentlich nur das Gewindefräsen - was aber naturgemäß extrem langsam ist.

Du wirst also irgendeinen Kompromiss finden müssen (wie immer bei CNC-Fräsen ;-)

Viele Grüße,
Christoph
@Christoph
So was in der Art habe ich schon befürchtet, die Eierlegendewollmilchsau wird es wohl nicht geben, aber...
ans Gewindefräsen hätte ich auch selber denken können :lol:


Hat denn jemand einen Tipp für einen Motor mit ca. 3KW und Lagesensor und mind. 8000 U/min?


Gruß
Oliver

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carbonkid
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von carbonkid » 11.01.2018, 19:35

Die CSMIO's hab ich mir auch schon angesehen, aber wie weiter oben schon geschrieben steht, ist die Auflösung mit 125KHz etwas Mager
Sei mal dahingestellt ob man bei unseren Hobbymaschinen viel mehr brauch aber die CSMIO IP-S hat 4MHz und du könntest Mach3, Mach4 oder die CS-Lab eigene simCNC Software nutzen.
Brauchst auch nix anderes dazu.
Gruß Daniel

Fräse CNC_MG4540: CSMIO-IP-M / JMC-iHSV57 180W / MACH3 / mini-iTX Asus Celeron 847 / FilouNC
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django013
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von django013 » 12.01.2018, 14:00

Moin Oliver,
Die CNC760 ist ja nicht gerade ein Schnäppchen (aua), was wäre denn mit dem ESS und was bräuchte ich noch zusätzlich?
Das mit dem CNC760 ist leider wahr. Aber da hier einige EdingCNC in Betrieb haben und offensichtlich damit zufrieden sind, wäre der CNC760 nur die konsequente Weiterentwicklung Richtung höhere Schnittstellenfrequenz.

Mit meinen Empfehlungen zum ESS bin ich etwas zurückhaltender geworden. Habe bislang noch keine Rückmeldungen gefunden, wie sich ESS beim Feed-Override während der Fahrt verhält. Für mich wäre das ein KO-Kriterium, andere wissen vielleicht garnicht, was sie damit anfangen sollen?
Ich bin halt mit Heidenhain "aufgewachsen" und habe mich in die Funktionalität verliebt. Mit Siemens und Fanuc konnte ich mich dagegen nie so richtig anfreunden. Deshalb wird Heidenhain auch die Vorlage für mein Bedienpanel.
Ja die Sache mit dem Wechsler, da brauche ich dann definitiv nen Antriebsmotor mit Lagesensor, denn ich will die Mitnehmersteine an der Spindel nutzen.
Schau Dir mal die Wechslerspindel von Alexoc an. Schlau gelöst die Geschichte mit dem induktiven Sensor als Drehzahlmesser. Musst eben einen nehmen, der 1mm als Auslöseabstand hat. Lässt sich "easy" nachrüsten :)
Ebenso lässt sich alles, was ein Wechsler mal brauchen sollte, nachrüsten.
Das einzige, was sich nicht so einfach nachrüsten lässt, ist ein breiteres Portal. Also lieber jetzt festlegen und dann mit der Entscheidung leben ;)
ich bin da schon ziemlich früh detailverliebt, allerdings möchte ich auch sehen was Fusion so drauf hat und weil ichs auch noch lernen muss.
Ok, wenn Du es so siehst, dann passt das ja.
Wollt nur nicht, dass Du zu Anfang gleich in die Details gehst, und dann viel zu viel wegschmeißen/ändern musst.
Beim Planen einer Fräse sollte man sich Zeit lassen und immer wieder hinterfragen, ob das richtig ist, was man gerade tut. Je mehr man sich hinterfragt, desto sicherer kann man später sein, das richtige gemacht zu haben.
aber das sind Schweißkonstruktionen, soll heißen, nicht zerlegbar, somit bekomme ich das Teil nicht in den Keller.
Yo, das Problem habe ich mehr oder weniger auch. Bin schon so oft umgezogen und immer heißt es wieder: auf zu neuen Ufern ...
... dann muss eben alles zerlegt und verschifft werden.
So was in der Art habe ich schon befürchtet, die Eierlegendewollmilchsau wird es wohl nicht geben
Also meiner Ansicht nach kommt die Lösung von Alexoc einer eierlegenden Wollmilchsau sehr nahe :D
Hat denn jemand einen Tipp für einen Motor mit ca. 3KW und Lagesensor und mind. 8000 U/min?
Ich würde mich einfach nach einer entsprechenden Chinaspindel in wassergekühlt umsehen.
Für schnelle Drehzahlen kann man die direkt verwenden und bei langsameren Anforderungen eben mit Zwischengetriebe.
Oder (bei entsprechend üppigem Budget) auch eine HSD-Spindel. Gibt es meines Wissens aber nur in luftgekühlt und damit laut.
Ich würde die kuhle Chinesin vorziehen :D

Gruß Reinhard

Olli-CNC
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von Olli-CNC » 12.01.2018, 23:11

Hallo zusammen,
carbonkid hat geschrieben:
11.01.2018, 19:35
Die CSMIO's hab ich mir auch schon angesehen, aber wie weiter oben schon geschrieben steht, ist die Auflösung mit 125KHz etwas Mager
Sei mal dahingestellt ob man bei unseren Hobbymaschinen viel mehr brauch aber die CSMIO IP-S hat 4MHz und du könntest Mach3, Mach4 oder die CS-Lab eigene simCNC Software nutzen.
Brauchst auch nix anderes dazu.
Ok, mein Fehler, das die IP-S so schnell ist habe ich wohl überlesen, Danke für den Hinweis :)

@Reinhard
Da haben wir ja was gemeinsam, ich bin auch ein Heidenhain Fan (arbeite seit langem mit der iTNC530, davor TNC426/355/155) und Fanuc, Siemens sowie damals Grundig haben mich nie vom Hocker gehauen.
Habe bislang noch keine Rückmeldungen gefunden, wie sich ESS beim Feed-Override während der Fahrt verhält. Für mich wäre das ein KO-Kriterium, andere wissen vielleicht garnicht, was sie damit anfangen sollen?
Ich verstehe was Du meinst, ein Vorschub-Poti, gerade beim Einfahren eines Programms, halte ich auch für sehr wichtig
Deshalb wird Heidenhain auch die Vorlage für mein Bedienpanel.
Das hört sich seeeehr interessant an :mrgreen: Hast du schon genaue Vorstellungen?
Schau Dir mal die Wechslerspindel von Alexoc an. Schlau gelöst die Geschichte mit dem induktiven Sensor als Drehzahlmesser. Musst eben einen nehmen, der 1mm als Auslöseabstand hat. Lässt sich "easy" nachrüsten
Ich habe mir das schon ein paar mal angesehen, den Sensor zur Drehzahlmessung zu nutzen leuchtet mir auch ein, ABER, ich verstehe nicht wie mir das als Lagesensor nutzt, ich muss doch mit dem Signal den Motor steuern, das dieser an einer bestimmten Position hält und das sehe ich leider bei einer einfachen Chinaspindel nicht, oder habe ich da einen Denkfehler?
Wollt nur nicht, dass Du zu Anfang gleich in die Details gehst, und dann viel zu viel wegschmeißen/ändern musst.
Beim Planen einer Fräse sollte man sich Zeit lassen und immer wieder hinterfragen, ob das richtig ist, was man gerade tut. Je mehr man sich hinterfragt, desto sicherer kann man später sein, das richtige gemacht zu haben.
Richtig, und deshalb sind auch schon die ersten Änderungen in der Mache :lol:
Was ist passiert? Bei meinen Berechnungen bezgl. Durchbiegung hat sich rausgestellt das sich die "unteren Querträger" in der Mitte ca. 0,14mm durchbiegen (geht gar nicht!). Plan B steht und da biegt sich gar nichts mehr durch. Neuer Entwurf folgt in den nächsten Tagen.


Gruß
Oliver

django013
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von django013 » 13.01.2018, 05:48

Moin Oliver,
Hast du schon genaue Vorstellungen?
Yo, die Vorstellungen sind schon sehr konkret, nicht aber die Wege, wie ich es umsetzen kann.
Habe einige alte Tastaturen, die ich ausschlachten könnte, aber die Taster (bzw. die Signale) müssen ja mal an den Rechner, mal an die Steuerung - da bin ich mir noch nicht sicher, wie ich das hinbekomme.
Wichtig ist mir aber, dass die Steuerung 2 separate Potis bekommt, jeweils eins für Fahr- und Arbeitsvorschub.
Bei Siemens gab es nur ein Poti für beide, was mir nicht so gefallen hat.
... aber die Vorschubübersteuerung muss natürlich auch von der Steuerung unterstützt werden. Da habe ich noch nicht genügend Informationen zu den üblichen Hobbysteuerungen.
Ich habe mir das schon ein paar mal angesehen, den Sensor zur Drehzahlmessung zu nutzen leuchtet mir auch ein, ABER, ich verstehe nicht wie mir das als Lagesensor nutzt, ich muss doch mit dem Signal den Motor steuern, das dieser an einer bestimmten Position hält und das sehe ich leider bei einer einfachen Chinaspindel nicht, oder habe ich da einen Denkfehler?
Nö, keinen Denkfehler. Nur vielleicht noch nicht über den Tellerrand geschaut.
Ein FU der den Lagesensor auswertet, ist zwar schön, aber in der Regel auch teurer, als das, was sein müsste.
Die Ausrichtung zum Werkzeugwechsel kann man auch nachrüsten. Dazu reicht ein kleiner Stellmotor mit Friktionsrad, welches an der Spindelwelle ansetzt. Die Steuerung kann dann den Lagesensor auch auswerten, diesmal eben zur Positionsbestimmung. Mit etwas Basteltalent ist sowas recht schnell umgesetzt ;)

Gruß Reinhard

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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von Olli-CNC » 28.01.2018, 20:17

Soooo, aus den paar Tagen sind dann nun doch 2 Wochen geworden, aber ich bin ne ganze Ecke weiter gekommen.
Zum Einsatz kommt, wie bereits geschrieben, Stahl und Aluminium, wobei das Gewicht des eingesetzten Alus gegenüber dem Stahl zu vernachlässigen ist.
Das Grundgestellt, also der ganze Unterbau, wird ~600 Kg wiegen, das Portal alleine ~130 Kg. Mal sehen ob ich die Eintonnenmarke knacke, hab noch nicht alles genau zusammengerechnet.
Wo kommt das ganze Gewicht her? Die beiden Hauptträger, welche die Y-Linearschienen tragen, sind aus je 2 Stk. 20x150er Flachstahl mit innenliegendem verschweißtem 30er Flachstahl (H-Träger). Diese liegen vorne und hinten auf je einem 25x150er Flachstahl auf. Dazwischen sind 8 Stk.15x90er Flachstähle, diese tragen wiederum Stahlplatten mit 10x200mm Querschnitt. Darauf werden weitere 15mm starke und 68mm breite Flachstähle geschraubt, welche zusammen am Ende den T-Nut-Tisch ergeben.
Das Portal besteht aus 15mm Flachstahl, ist 200mm hoch und 160mm breit, ist ebenfalls komplett geschweißt.
Sämtliche Anschraub- und Auflageflächen werden plan und winklig überfräst.
Ich hoffe ich konnte das einigermaßen verständlich rüber bringen.
Für Anregungen, Fragen und Kritik bin ich absolut offen, immer her damit.

Gruß
Olli
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CNC-Fräse.jpg
Grundgestell 4.jpg
Grundgestell 3.jpg

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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von django013 » 29.01.2018, 07:52

Moin Olli,

bei Deinen neuesten Bildchen habe ich mich tatsächlich gefragt, was denn der Sinn Deines "Fräsen"-Projektes sein soll.
Willst Du - auf Teufel komm raus - schweißen lernen? Ohne Sinn und Verstand?
Oder willst Du uns vorführen, wie man mit maximalem Aufwand den geringstmöglichen Nutzen erreicht?

Ich schätze, Du hast bislang weder einen Biegungsrechner gestartet, noch Dir die Kräfte festgelegt, die Deine Fräse mal aushalten soll.

... aber ok - Du hast uns gezeigt, dass Du das CAD bedienen und schöne Bildchen erzeugen kannst.

Wenn Du ernsthaft eine Fräse bauen willst, dann wirf Deinen Entwurf in die Tonne und mach Dir erstmal Gedanken über die auftretenden Kräfte und was die mit dem eingesetzten Material anstellen.

Gruß Reinhard

Olli-CNC
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von Olli-CNC » 29.01.2018, 08:45

Moin Reinhard,
erst mal danke für deine offenen Worte. Allerdings habe ich zB. die Durchbiegung berechnen lassen und es ist in der Tat "overengineered".
Das hat aber den Grund, das dickeres Material beim Überfräsen nicht so leicht das Schwingen anfängt, gerade weil es dabei auch noch relativ lang ist und weil es nicht so leicht zu verspannen ist (Spannpratzen), es ist quasi einfacher zu händeln. Außerdem schadet es nicht wenn der Tisch schön schwer ist, denn dann bleibt die Maschine auch auf ihrem Platz.
Mit dem verschweißen (sind ja nur 3 Baugruppen) hat den Grund, dass ich eh schon Bohrungen und Gewinde ohne Ende einbringen muss, des weiteren fällt damit das Ausrichten von mehreren Teilen weg, was wiederum eine Erleichterung ist.

Ach ja, und das ich den Tisch (Nutenplatte) nicht wie die meisten aus Alu sondern auch aus Stahl fertige hat den Grund, dass ich für den Stahl nur den halben Preis bezahle der sonst üblich ist. Deshalb sollte der Unterbau auch stabil sein, denn da kommt so einiges an Gewicht zusammen.

Glaube mir, ich habe mir Gedanken ohne Ende gemacht, deshalb finde ich es traurig das du in den Raum stellst ich hätte es "ohne Sinn und Verstand" gemacht, aber ok, jedem seine Meinung.


Gruß
Oliver

Pseudo
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von Pseudo » 29.01.2018, 10:56

Hallo Olli,

mich würde mal eine Profilansicht des Ganzen interessieren; vor allem Portalbalken und -wangen.

Werden die Wangen unten auf die "Tragflächen" der Wagen geschweißt oder wie werden die verbunden?

Beste Grüße

Tristan

django013
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Re: Eine neue Fräse soll entstehen...

Beitrag von django013 » 29.01.2018, 12:16

Moin Oliver,
Allerdings habe ich zB. die Durchbiegung berechnen lassen und es ist in der Tat "overengineered".
Hm, dann lass mich etwas in die Details gehen:
  • Portalbalken: Dort hast Du bei Arbeiten in der Y-Richtung in den Linearschienen waagerechte Kräfte. Die Schiene in Nähe der Außenkante zu plazieren ist schon mal nicht schlecht, aber die Einbuchtung für die KGS der X-Achse (Portalachse) schwächt das Portalprofil. Beim Arbeiten in X-Richtung hast Du auf beiden Linearschienen eine Torsion, die quasi ein Zusammendrücken des Profils bewirkt. Die Forderseite ist durch die Einbuchtung unnötig geschwächt.
    Besser wäre gewesen, ein Rechteckrohr zu nehmen und das beispielsweise unter den Linearschienen aufzufüttern. Ich bezweifle einfach mal, dass eine Schweißkonstruktion (aus der Hobbywerkstatt) die Festigkeit eines fertigen Rechteckrohres erreicht.
    Mir wird schwindelig, wenn ich nur die Vorderseite Deines Portalprofiles anschaue. Wenn Du die zurückgesetzte Wand oben und unten bis zur nächsten Wand verlängerst, dann hast Du schon viel gewonnen. Was aber das Schweißen angeht: wenn Du auf Festigkeit schweißt, wird es Dir das Portal so verziehen, dass nach dem Ausglühen und Überfräsen kaum noch Wandstärke übrig ist.
    Schweißt Du dagegen so, dass der Verzug minimiert wird, dürfte die Festigkeit deutlich unter einem fertigen Rechteckprofil liegen.
  • Portalwangen: Du solltest schon gute Gründe haben, wenn Du vom allseits bewährten Prinzip abweichst. Die meisten Portalfräsen packen die Linearschiene für Y seitlich an den Sockel und nehmen durchgehende Wangen. Nichts ist so steif wie durchgehendes Material. Du hast mit Deiner Konstruktion viel Platz verschenkt, was zu unötig schlechten Hebeln führt. Die Arbeit in X-Richtung führt zu einer Scherbelastung an den Portalwangen. Denen hast Du nichts entgegen zu setzen. Jede andere Fräse, die man in diesem Forum sehen konnte ist Deiner Konstruktion überlegen.
  • Tisch: nachdem Du auf der Seite soviel Platz verschwendet hast, willst Du den beim Portalantrieb wieder reinholen. Nachteil ist, dass Du die Unterstützung des Tisches mit Längsplatten machst. Schau Dir nochmal die Stahlfräse von Alexoc an - er zeigt, wie man es richtig macht.
  • allgemein: Standardprofile zu verwenden, unterstützt nicht nur faule Leute. Klar ist es weniger Arbeit. Wenn Du Dir nur mal auf der Zunge zergehen lässt, wieviel Aufwand Dein Portalprofil ist. Wenn Du zwei Rechteckprofile in L-Form zusammengeschweißt oder noch besser verklebt hättest, könntest Du die gleiche Steifigkeit mit viel weniger Aufwand erreichen. Maschinenbau heißt nicht nur schöne Bilder zu malen, sondern auch abzuklären, was es an Material und Normteile gibt und die möglichst effizient einzusetzen. Nicht immer ist Selbstbau die beste und billigste Lösung!
  • last not least: mit der Nutenplatte mit Quernuten wirst Du Dich dumm und dämlich ärgern. Das seitliche Einführen gegen die Wand gibt schnell mal gequetschte Finger, abgerissene Fingernägel oder Verlust an faulem Fleisch ;)
Was erhoffst Du Dir durch diese verspielte Konstruktion zu gewinnen?
Vielleicht macht es mehr Sinn, wenn Du mal schreibst, was Du Dir dabei gedacht hast.

Gruß Reinhard

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