Wechselsysteme

Fräsmotoren / HF-Spindeln, Frequenzumrichter
django013
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von django013 » 14.05.2017, 16:54

Moin moin,

also ich würde Dir raten, Dir so ein Teil erstmal irgendwo live anzuschauen.

Mir fehlt z.B. die Angabe nach der Einzugskraft - also ich würde keinen Wechsler kaufen, von dem ich nicht die Einzugskraft kennen würde. Auf der Homepage von Isel konnte ich dazu keine Angaben finden. Das macht mich stutzig. Bei einem seriösen Produkt ist diese Angabe ein Muss.

Was mich dann noch stört, sind die fehlenden Nuten beim SK-Einsatz.
Laut Tabellenbuch ist ein SK-Kegel keine kraftschlüssige Verbindung.

Bei Schaublin sieht es beispielsweise so aus:
SK20_01.png
Die Spindelwelle hat an den Nutstellen zwei Mitnehmer, die ein Durchrutschen des Kegels verhindern.
Zudem sind Nut und Mitnehmer meist unterschiedlich breit, sodass das Werkzeug immer eine eindeutige Position auf der Welle hat.

Gruß Reinhard

McDreamy
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von McDreamy » 14.05.2017, 17:43

an sowas hatte ich garnicht gedacht :?:
Werde mal ne Anfrage an die stellen die sollen mir nen Infopaket zuschicken.

Was wäre eine Alternative in dem Preissegment?

Alexoc
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von Alexoc » 14.05.2017, 20:13

Ich persönlich würde bei dem Budget auch mal bei HSD schauen oder aus China eine in Erwägung ziehen. In China gibt es eine 3kw für ca 2200. Mit Versand und Zoll kommt man dann auf 3000. Die hat dann auch ISO30 als Aufnahme. Das ist eine absolut gängige Größe und deshalb deutlich einfacher zu finden und eher günstiger als die 20er Größe.

Die Mitnehmersteine werden eher bei Maschinen mit mehr Drehmoment Interessant. Bei der Spindel aus China mit 18000 Umdrehungen bei 3kW ist das nicht nötig. Einzugkraft der Chinaspindeln liegt glaube ich bei ca 2,7kN. Das ist aber nur ein Wert ausm Kopf.

Gruß

Alex

P.S. Vielleicht wird es von mir auch bald eine Wechselspindel zum Kaufen geben. Wobei bald wohl eher Richtung ende des Jahres sein wird. Spiele auf jeden Fall mit dem Gedanken ;)
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JanPan
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von JanPan » 10.11.2017, 09:45

Hallo Alex,
ich verfolge schon länger deine Videos ( :dh ) sowie diesen Thread, dein letzter Beitrag ist mir wohl bislang entgangen.
Steht der Plan noch, den Wechsler auch zu verkaufen? Als Bausatz oder Fertig?
Ich hätte auf jeden Fall Interesse :D , darf dir aber als Neuling im
Forum keine PM schicken ;-(

Jan

Alexoc
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von Alexoc » 10.11.2017, 10:27

Hallo Jan,

der Gedanke ist noch vorhanden. Aber ob der jemals umgesetzt wird ist fraglich. Ich vermute fast eher nicht. Es bleibt ja nicht nur beim Verkauf des Wechslers an sich. Gewährleistung und Support kommt auch noch dazu. Das ist bei einem solch komplexen Teil auch nicht unerheblich. Deswegen wird das auf jeden Fall erstmal weit zurück gestellt.

Ich mache mir eher Gedanken darüber sowas in der Art wie einem 3D Taster mal zu verkaufen. Da ist das Risiko durch den deutlich geringeren Materialaufwand doch überschaubar.

Gruß

Alex
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django013
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von django013 » 10.11.2017, 14:44

Moin moin,

Alex, wenn Du Deinen Vorsatz als Bausatz vertreibst, sieht es mit Support und Gewährleistung schon wieder ganz anders aus.

Gruß Reinhard

JanPan
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von JanPan » 12.11.2017, 10:31

Hallo,

Gewährleistung ist bei einem Bausatz das geringere Problem denke ich, wenn aber jemand ein Problem mit dem Bausatz hat, und sei es nur, dass er sich irgendwie dumm anstellt, dann wird er als erstes an dich schreiben... Also da denke ich schon, dass man den Aufwand nicht unterschätzen darf.

Ich fänd zum Beispiel aber schon einen "Drehteil-Satz" gut.
Erstens kann ich es nicht selbst herstellen und müsste es ohnehin drehen lassen, zweitens sind dann alle wichtigen Teile so, wie sie schon getestet sind.
Die Halterung und die Lager könnte man fräsen und muss die Lagersitze nicht unbedingt drehen. Das würde ich selbst hinkriegen. ;-)

Beste Grüße
Jan

Alexoc
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von Alexoc » 13.11.2017, 07:39

Generell aber wohl doch ziemlich aufwendig wenn man so eine Spindel anbietet. Ob als Bausatz, Teilesatz oder komplett. Auch wenn man jetzt keinen Support geben müsste will man ja trotzdem, dass die Kunden zufrieden sind. Alleine schon für ein gutes Gewissen und natürlich um ein positives Image zu bekommen.

Die Welle ist ja auch nur ein kleiner Teil. Der vordere Lagersitz ist schon auch noch ziemlich kritisch. Und ausgedreht sollte der schon auch werden. Sonst wird der äußere Ring vom Lager unrund gedrückt und wie gut das dann noch laufen wird kann man sich ja vorstellen ;)

Ich werde mich erstmal auf einen 3D Taster konzentrieren. Erstens brauche ich da eh noch einen und zweitens ist sowas doch deutlich einfacher zu verkaufen. Ich denke eine günstigere Variante zum 3D Finder wäre schön für einige interessant ;)

Gruß

Alex
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jogger
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Re: Wechselsysteme

Beitrag von jogger » 13.11.2017, 08:54

Da hier über die Einzugskraft geschrieben wurde:

Kann man die bei den heutigen Spindeln nicht einstellen?
Meine hat entsprechende Federpakete mit Vorspannungsmutter. Zusätzlich kann man noch den Druckluftzylinder zuschalten (bei meinem kleinen 50er Zylinder bringt das mit 6 bar nochmal etwa 1kN).

Ich werde wohl nur bis 6000/min gehen, allerdings habe ich auch 10Nm auf der Spindel zur Verfügung, kann also (hoffentlich) mehr pro Durchlauf wegnehmen und die Fräserschneiden schonen :-) Ich habe allerdings auch größtenteils eine Stahlkonstruktion zur Verfügung.

Mir hat ein Mensch einer "Spindelbaufirma" letztes Jahr auf einer Messe gesagt, dass die "Mitnehmer" heutzutage eigentlich nur "Ausrichter" sind und bei einem vernünftigen Kegel auch bei schwersten Schrupparbeiten die Haltekraft ausreichen muss - sonst wäre die Spindel sch..... Mir leuchtet das auch eher ein, denn die Mitnehmersteine haben zur Werkzeugkegelnut immer etwas Spiel. Dass das Werkzeug dann quasi bei Überlastung im Kegel plötzlich seitlich bis zu den Mitnehmeranschlägen durchrutscht, kann nicht wirklich im Sinne des Erfinders sein und belastet langfristig ja auch durch das Reiben die Kegeloberfläche sehr stark.

Nun muss ich nicht weiter ausrichten, da mein Antrieb einen Resolver hat, ich also absolute WInkel direkt werde anfahren können, aber ich glaub, ich lass die Steine doch erstmal drin. Irgendwann wage ich dann vielleicht mal den Test ohne Steine und mit einem Messerkopf ;)

Viele Grüße,
Christoph

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Re: Wechselsysteme

Beitrag von django013 » 13.11.2017, 16:18

Moin moin,
Ich denke eine günstigere Variante zum 3D Finder wäre schön für einige interessant
Hm, Alex - ich würde nicht versuchen, der günstigste am Markt zu sein. Das hält nicht lange.
Wenn Deine Arbeit gut ist (wovon ich ausgehe!), dauert es nicht lange, und Du findest Deine Arbeit zum halben Preis bei Ali und Co.
Langfristig interessanter wäre es, gut zu sein. Ich würde beispielsweise lieber etwas länger sparen um eine Spindel von Dir zu erwerben, als so ein Teil von Ali zu ordern, bei dem ich weder die vollständigen Specs habe, noch etwas über deren Toleranzen oder Sicherheitsfaktoren weiß ...
allerdings habe ich auch 10Nm auf der Spindel zur Verfügung
Whow - das ist mal ne Hausnummer :D
Das Drehmoment wirst Du aber wohl kaum aus einer 2kW Spindel raus holen - oder?
Mir hat ein Mensch einer "Spindelbaufirma" letztes Jahr auf einer Messe gesagt, dass die "Mitnehmer" heutzutage eigentlich nur "Ausrichter" sind und bei einem vernünftigen Kegel auch bei schwersten Schrupparbeiten die Haltekraft ausreichen muss - sonst wäre die Spindel sch.....
Naja - alles im Leben ist relativ - das wusste schon Einstein ;)
Die von der Spindelbaufirma werden sicher SK40 aufwärts, wenn überhaupt oder gleich HSK einsetzen.

Ich zitiere mal aus dem Tabellenbuch Metall
Abschnitt Werkzeug-Aufnahmen hat geschrieben:
  • Metrische Kegel (ME) und Morsekegel (MK): Übertragung des Drehmoments - kraftschlüssig über die Kegelfläche
  • Steilkegelschaft (SK): Übertragung des Drehmoments - formschlüssig über Nuten am Kegelrand. Der Steilkegel ist nicht für die Übertragung von Kräften vorgesehen, er zentriert das Werkzeug lediglich. Die axiale Sicherung erfolgt über das Gewinde oder die Ringnut.
  • Kegel-Hohlschaft (HSK): Übertragung des Drehmoments: kraftschlüssig über die Kegel und Anlagefläche sowie formschlüssig über die Mitnehmernuten am Schaftende
Wenn also jemand einen SK-Kegel zur Übertragung des Drehmomentes verwendet, dann mag das funktionieren, ist aber nicht im Sinne des Erfinders :)

Die unsachgemäße Verwendung des Steilkegels lasse ich mir bei Alex SK30 Spindel noch gefallen, aber den Teilen von Usovo und Co mit SK15 und lächerlich geringen Einzugskraft würde ich nicht über den Weg trauen.

Gruß Reinhard

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