Chinaspindel Lagertausch

Fräsmotoren / HF-Spindeln, Frequenzumrichter
KarlG
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Re: Preise HXB Keramiklager

Beitrag von KarlG » 31.10.2016, 23:26

Marc P. hat geschrieben:Keramiklager kosten also fast das doppelte, was sie in meinen Augen unatraktiv macht. Für den Preis müssten sie auch doppelt so lange halten, was ich bei unserem Einsatzfall (Dreck, Verspannungen) bezweifle.
Sehe ich auch so. Trotzdem gut, dass man mal ein Preisgefühl bekommt...

Marc P.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Marc P. » 01.11.2016, 20:48

Hallo,

habe bei etwas stabilerem Vesuchsaufbau heute nochmal die Vorspannkräfte beider Spindeln gemessen.
Der gute Waldrich Coburg Hobel in der Firma hat da als Grundlage besser performt als mein Schraubstock...
Foto 01.11.16, 17 47 56.jpg
Messaufbau
Foto 01.11.16, 17 38 54.jpg
Das schwierigste ist die Spindel beim ziehen nicht zu verdrehen und so Fehlausschläge der Uhr zu erzeugen...

Rattm Spindel
Foto 01.11.16, 17 29 26.jpg
100N 0µ
150N 2µ
200N 5µ
250N 8µ
300N 15µ
geschätzt ab 350N beginnt das Federpaket dann auszufedern. Meine Koffewaage geht nur bis 31 kg.

Ob das nun normal, gut oder schlecht ist kann ich nicht beurteilen. Ändern kann ich da jedenfalls erstmal nichts dran. Wenn ich die andere Spindel nicht wieder hin bekomme, dann wird das meine neue Produktivspindel werden. Der Pferd Schleifstift ist heute angekommen und C250 Platten für den Halter des Dremels zum ausschleifen liegen auch schon da.

Überholte Spindel
Foto 01.11.16, 17 17 29.jpg
70N 3µ
90N 5µ
100N 10µ
ab 120-140N federt das Paket dann um 2/10 aus.

Das ist deutlich weicher als die Rattm, ich kann aber nicht beschwören, dass das vorher noch nicht so war. Wenn bei dieser geringen Vorspannung mal etwas mehr Last auf den Fräser kommt, dann drückt es die Lager evtl. seitlich aus der Bahn was sicher nicht prickelnd ist...
Ich kann mir momentan nicht vorstellen was da bei der Montage schief gelaufen sein soll. Es sind zwei Federn parallel verbaut, da müsste schon mindestens eine gebrochen sein, wenn die Werte vorher wie bei der Rattm gewesen sein sollten. Ich werde die Tage zerlegen und beäugen. Wenn nichts fest zu stellen ist dann könnte man mit einer weiteren Scheibe versuchen die Vorspannkraft zu erhöhen. Wenn man die Vorspannung so auf 300-350N eingestellt bekommt könnte das klappen. Für das Loslager aber ja laut spec. schon das 3-3,5 fache der zulässigen Vorspannkraft...
Werde mir dann am Ende Gedanken machen ob ich das Festlagerpaket nochmal tausche.

Ich überlege schon die ganze Zeit, ob das Loslager eventuell auch für Qualitätsschwankungen bei den Chinaspindeln verantwortlich ist. Man angenommen die Loslagerpassung des Loslageraußenringes ist teilweise zu stramm und das Lager wird bei der Montage über die Schraube auf seinen Platz gezogen. Dann könnte die Vorspannung höher sein als wenn das Lager in der Passung gleitet und die Feder es vorspannt. Ein verklemmtes Loslager könnte bei Erwärmung der Welle dann eine lose im Lagerpaket erzeugen was die Fräsqualiät beeinflussen könnte. Wobei das so warscheinlich auch nicht so lange leben würde. Weiss der Geier! Chinaspindel, das Buch mit sieben Siegeln...

Gruß Marc
Karla #9 "Standard" mit TBI
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von KarlG » 01.11.2016, 21:21

Moin,
Marc P. hat geschrieben:Überholte Spindel

70N 3µ
90N 5µ
100N 10µ
ab 120-140N federt das Paket dann um 2/10 aus.
Das ist richtig schlecht - schlechter als meine kleine ER11-Spindel.
Wenn bei dieser geringen Vorspannung mal etwas mehr Last auf den Fräser kommt, dann drückt es die Lager evtl. seitlich aus der Bahn was sicher nicht prickelnd ist...
Das hast Du sowieso bei seitlichen Lasten, wenn nur eine Federvorspannung da ist. In diesem Falls ist das aber extrem. Wenn Du vorher schonmal Alu-Platten oder -klumpen bearbeitet hättest, wäre das sicher aufgefallen.
Ich überlege schon die ganze Zeit, ob das Loslager eventuell auch für Qualitätsschwankungen bei den Chinaspindeln verantwortlich ist. Man angenommen die Loslagerpassung des Loslageraußenringes ist teilweise zu stramm und das Lager wird bei der Montage über die Schraube auf seinen Platz gezogen. Dann könnte die Vorspannung höher sein als wenn das Lager in der Passung gleitet und die Feder es vorspannt. Ein verklemmtes Loslager könnte bei Erwärmung der Welle dann eine lose im Lagerpaket erzeugen was die Fräsqualiät beeinflussen könnte.


Das Verstehe ich jetzt nicht. Soll nicht die Rotorwelle im Lagerinnenring "gleiten" und ist per Tellerfeder gegen genau den Innenring des 7002 gespannt?
Wenn das zu eng "toleriert" ist, würde genau das passieren, was Du vermutest. Bei der Montage kriegt das DIng unzulässige Axiallasten ab und im Betrieb wirkt nicht die Feder, sondern ruckartige Spannung und Entspannung je nach thermischer Situation zw. gar keine Vorspannung bis deutlich zu viel Vorspannung.

Immerhin haben wir nun schon ein paar Werte zum Vergleich und da kommen sicher in Zukunft noch ein paar dazu. Gute Idee mit dem Zugversuch!

Gruss
Karl

Marc P.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Marc P. » 01.11.2016, 22:38

KarlG hat geschrieben: Das ist richtig schlecht - schlechter als meine kleine ER11-Spindel.
Wenn das schon immer so schlecht gewesen wäre, dann hätte man aber evtl. auch schon mit nem 8mm Zweizahn mit Speed in Siebdruck was merken können/müssen...
Mal abwarten ob und was bei der Demontage zu Tage kommt.
Das Verstehe ich jetzt nicht. Soll nicht die Rotorwelle im Lagerinnenring "gleiten" und ist per Tellerfeder gegen genau den Innenring des 7002 gespannt?
Ne, in dem Lagersitz für den Außenring des Loslagers sitzt ein Sicherungsring, auf dem zwei (unterschiedlich starke) Distanzringe liegen. Darauf liegen zwei Wellenfedern.
Der Innenring wird per Schraube gegen einen Absatz auf der Welle gezogen. Beim Festziehen dieser Schraube werden die Wellenscheiben von dem Außenring auf Vorspannung gegen den Sicherungsring gezogen.
Die parallelen Festlager bilden dabei mit dem Loslager eine O-Anordung. Somit müsste die Feder oben zwischen Innenring und Schraubenkopf sitzen, wenn das so wäre wie du es vermutet hast.
Immerhin haben wir nun schon ein paar Werte zum Vergleich und da kommen sicher in Zukunft noch ein paar dazu.
Vielleicht bekommen wir ja noch einen Mechatron Besitzer dazu eine "Referenzmessung" zu machen ;)

Gruß Marc

Ps.: Habe von UTE bisher noch kein Angebot bekommen. Werde da nochmal nachhaken.
Zuletzt geändert von Marc P. am 01.11.2016, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von KarlG » 01.11.2016, 22:52

Marc P. hat geschrieben:Ne, in dem Lagersitz für den Außenring des Loslagers sitzt ein Sicherungsring, auf dem zwei (unterschiedlich starke) Distanzringe liegen. Darauf liegen zwei Wellenfedern.
Der Innenring wird per Schraube gegen einen Absatz auf der Welle gezogen. Beim Festziehen dieser Schraube werden die Wellenscheiben von dem Außenring auf Vorspannung gegen den Sicherungsring gezogen.

Ahja - der Käfig des Loslagers hockt also auf den Federn und muss im Lagersitz gleiten können...

Marc P.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Marc P. » 01.11.2016, 22:54

KarlG hat geschrieben:Ahja - der Käfig des Loslagers hockt also auf den Federn und muss im Lagersitz gleiten können...
Sì.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von KarlG » 01.11.2016, 23:19

..dann fällt mir nur noch ein, dass die zwei Wellenfedern nicht "ineinander" liegen, die Kraft zu verdoppeln, sondern sich einzeln verformen. Dagegen spricht aber, dass dann eigentlich der Platz nicht reicht...

Marc P.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Marc P. » 02.11.2016, 06:22

KarlG hat geschrieben:..dann fällt mir nur noch ein, dass die zwei Wellenfedern nicht "ineinander" liegen, die Kraft zu verdoppeln, sondern sich einzeln verformen. Dagegen spricht aber, dass dann eigentlich der Platz nicht reicht...
Hallo Karl,

da die beide ja direkt aneinander liegen und unten in 3 Punkten an dem Distanzring und oben in 3 Punkten am Lageraußenring anliegen ist eine einzelne Verformung relativ unwarscheinlich.

So sind die aufgebaut. Von der Größe her müsste es in Richtung D30V25 gehen.

Diese hat bei 2 mm Durchbiegung einzeln 8,78N sind aber zu dünn.

Gruß Marc
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Misterx » 02.11.2016, 10:06

so Marc
der Konus von der Mechatron Spindel ( gekauft bei Sorotec )
aaaa.jpg
und der Rundlauf ist 0
zeiger zittert nur ein wenig
mit den zugversuch muß ich mal sehn wie ich das mache

Gruß Tino

Marc P.
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Re: Chinaspindel Lagertausch

Beitrag von Marc P. » 02.11.2016, 10:34

Misterx hat geschrieben: der Konus von der Mechatron Spindel
Sieht "schattiert" aus. Die Oberfläche weist soweit ich das sehe keine Rattermarken auf, so wie es bei den Rattm's der Fall ist.
Ob der Winkel stimmt könnte man herausfinden indem man das Tragbild überprüft. Stichwort: Touchierpaste.

War eine Spannzange dabei? Versuch bitte mal den Rundlauf am Fräserschaft zu messen. Dabei den Fräserdurchmesser nicht zu klein wählen. D=6 ist solide. Um die Abweichung fest zu stellen bitte einspannen, messen, lösen, Spannzange etwas weiter drehen, festziehen, messen, usw. Bis du einmal rum bist.

Um bei dem Zugversuch vom Schraubstock weg zu kommen, könnte man ein Flacheisen quer auf den Tisch zwingen, die Spindel dann wie auf meinen letzten Bildern mit dem vorderen Ende dagegen, rechts und links zwei Leisten auf den Tisch. Schraubhaken rein und die Spindel mit Kabelbindern Fest ziehen.
Das Magnetstativ dann auf das Flacheisen stellen, ziehen und messen.

Gruß Marc
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