Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

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Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:47

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 11:28 Uhr#1
Moin,

der andere Thread ist ja mittlerweile sehr lang und die Infos ziemlich "gestreut". Deshalb hier eine (hoffentlich) uebersichtliche Zusammenfassung zu allem, was Aufbau und Justage betrifft. Ich bitte
ausdruecklich darum, die allgemeinen Fragen im hier im Forum abzuhandeln und auch Fragen, die gar nichts mit dieser Fraese zu tun haben wo anders zu stellen. Ziel ist, dass man auch nach ein paar Monaten hier was wiederfinden kann, ohne Stundenlang zu suchen.

Fragen, die sich beim Aufbau ergeben und noch nicht (oder zu wenig) erklaert wurden, sind natuerlich ausdruecklich erwuenscht und fliessen dann auch in meine Doku ein.

Vielen Dank!

Gruss
Karl

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:47

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 11:29 Uhr#2
(1) Die Toleranzen der eingesetzten Materialien

Erstmal: Es ist alles krumm. Klingt nicht schoen, ist aber so. Es gibt keine geraden Teile - nur welche mit geringen Toleranzen; je geringer, je teuerer.


Die Alu-Profile:

Im Bereich Alu-Profile halten sich die meisten Hersteller an die Nomenklatur von Item oder Bosch/Rexroth. Konkret heisst das fuer uns:

Toleranz Aussenmass / Nutlage: 0,4mm
Verwindung: 1mm
Geradheitstoleranz quer: 60er 0,3mm; 120er 0,5mm
Geradheitstoleranz laengs: 0,7mm ( nicht ueber 0,3 pro 300mm)
Winkeltoleranz: 0,6mm

In der Regel sind die gelieferten Profile deutliich besser. Es ist aber aeusserst selten, dass ein Profil auf der Mess-/Richtplatte nicht kippelt. Um am Ende eine gerade Fraese zu bekommen, werden die Toleranzen gemittelt und versucht, sie dahin zu "druecken", wo sie am wenigsten stoeren. Eine "Kehle" an die oberseite Laengstraeger (da kann man im Extremfall dann mal ein Plaettchen drunterlegen); eine Beule an die Aussenseite Laengstraeger (wird ohnehin ueberfraest). Wichtig ist, dass vorne und hinten beide Profile plan mit den Stirnplatten zusammenstossen, damit die Flucht fuer Linearschienen und Antriebsspindel stimmt.
Deshalb werden alle Profile im Vorfeld gemessen, paarig zugeordnet, bezeichnet (VL, VR) und gemeinsam stirnseitig ueberfraest. Diese Zurodnung ist also wichtig und darf nicht geaendert werden. Die Bezeichnung kann man spaeter mit Spritus oder Aceton abwischen.


Die Alu-Platten:

Da finde ich grade die Specs nicht, also aus dem Kopf: Geradheitstoleranz (Ebenheit) unter 1mm/1000mm und nicht ueber 0,3mm pro 300mm. Das ist fuer uns auch zu ungenau, weshalb ich fast jede Platte richten muss. Ergebnis idr. unter 0,1 / 300mm. Die Berabeitung (Lage Bohrungen, Aussenmasse, Ebenheit) dann ebenfalls unter 0,1mm - eher besser 0,05.


Die Linearschienen

sind im Lieferzustand ebenfalls mindestens im Zehntelbereich krumm und werden erst durch die Montage am Profil und nachfolgendem Einmessen/Justieren gerade. Befestigung erfolgt mit M6-Schrauben in 7mm-Bohrungen. D.h. nach dem Anschrauben sind die erstmal kein bisschen gerader als vorher...

Aus dem eben geschriebenen folgt: Es gibt an den Teilen keinerlei Flaechen, gegen die man einmessen koennte - die sind alle viel zu uneben. Um am Ende Genauigkeiten im Hundertstel Bereich (um 2-5/100) zu erreichen, braucht man hochpraezise Referenzflaechen - die gibt es in einem normalen Haushalt ueblicherweise nicht.


(2) Was muss nun ueberhaupt eingemessen werden?

1. Die Linearschienen der Laengstraeger auf Ebenheit und Parallelitaet

2. Die Linearschiene der X-Achse unten gegen die ueberfraeste Oberkante (zusaetzliche Fuehrung) und dann gegen die Ebene der Y-Achse (also die "Linie" zw. den beiden Y-Fuehrungen).

3. Das Portal auf Winkligkeit gegenueber der Y-Geraden

4. Die Z-Achs-Schiene auf Geradheit.

5. Die Z-Achse senkrecht zur Y-Achse (Kippstellung Portal)

6. Die Z-Achse senkrecht zur X-Achse (die Schraegstellung von vorne betrachtet)

7. Die Fraesspindel ebenfalls in diesen beiden Achsen


(3) Wie geht man idealerweise vor?

1. Montage des Grundrahmens "ueber Kopf" auf einer praezisen Unterlage. Ich benutze eine Hartgestein-Richtplatte mit Ebenheit besser 2.8um.

2. Montage der Linearfuehrungen und "grobe" Grundausrichtung per Distanzstueck. Montage Fuehrungswagen, hunderstel Uhr drauf und einmessen gegen die Unterlage <=0,02mm.

3. Portalbalken "ueber Kopf" auf die Messplatte, Linearschiene montieren und ebenfalls gegen die Planebene einmessen. Die obere Fuehrung (so vorhanden) wird dann gegen die untere eingestellt. Das ist idr. problemlos, weil die Ebenheit schon stimmt und nur die Lage relativ zur Profilnut eingestellt werden muss.

4. Dann wird das Portal montiert, und der Fuehrungswagen der X-Achse in der Hoehe gegen ein quer gelegtes Lineal eingemessen. Hier muss man aufpassen, dass man keinen "Berg" oder ein "Tal" der Laengstraeger erwischt. Ideal also vorne an der Stinrplatte, wenn man absolut sicher ist, dass der Grundrahmen nicht in sich verdreht ist. Ansonsten lieber spaeter, wenn die Aufspannplatte drauf ist. Ich packe dafuer eine kleine Hartgestein-Messplatte aufs Chassis, messe die Oberflaeche gegen die Laengsfuehrungen ein (Ecke unterlegen) und justiere danach.

5. Jetzt wird es richtig kompliziert, weil wir rechte Winkel einstellen muessen (Z-Achse senkrecht ausrichten), aber keine Ebene haben, auf der der Winkel wirklich grade aufliegt. Loesung: entweder wieder per praeziser Platte auf dem Chassis, oder aber schrittweise rantasten - also alles montieren, Aufspannplatte ueberfraesen, dann mit rechtem Winkel gegen ueberfraeste Aufspannplatte messen und das evtl. 2-3mal wiederholen. Senkrechtellung Z-Achse (bzw. Fraesspindel) kann man recht gut am Fraesbild erkennen.

6. Wenn 5 Erfolgreich, muss noch das Portal winklig zur Y-Achse eingestellt werden (wahlweise auch vor 5 - man braucht hierzu aber schon eine montierte Z-Achse). Dazu einen rechten Winkel flach hinlegen, Laengsseite gegen Y-Achse ausrichten (mit der Messuhr langfahren) und dann die Querachse dazu einmessen. Hier kann man nichts einstellen - wenn es nicht stimmt, muss man zw. Portalbalken und Portalwangen mit Alufolie unterlegen. Ich benutze einen Hartgestein-Winkel 400x250mm DIN00 mit Genauigkeit besser 3.5um. Fuer kleine Sachen einen Metall-Anschlagwinkel Genauigkeit 00.

Wenn man bis hier die verwendeten Messmittel (ich habe sie nicht
alle aufgefuehrt) mal zusammenrechnet, landet man schon bei einem Invest deutlich >1000 ; das duerfte fuer die Meisten voellig indiskutabel sein. Ausleihen kann man sowas auch eher selten (ausser man kennt Jemanden sehr gut).

Deahalb jetzt noch eine Zusammenstellung, was man aus meiner Sicht mindestens braucht, um die Mechanik einigermassen genau einzustellen:


(4) Mindestens benoetigte Messmittel

1. Einen graden Tisch - den wird man dafuer nicht extra anschaffen
:D . Hilfreich eine genaue Wasserwaage und wenn der Tisch etwas uneben ist, lieber mit "Tal" in der Mitte, als mit "Berg".

2. Ein Flachlineal 750mm (min. DIN 874/1) - das ist schon 1,7/100 uneben: http://www.praezisionstools.de/mwgpt...031000750.html

3. Einen Anschlagwinkel 200x130mm Grad 1 oder besser: http://www.praezisionstools.de/mwgpt..._R7611105.html

4. Eine hundertstel Messuhr mit 3 oder 5mm Messbereich: http://www.mw-import.de/shop/kaufen/...DIN-878-B.html

5. Ein Magnetstativ: http://www.mw-import.de/shop/kaufen/...echanisch.html

Das ist das absolute Minimum und wenn man die Toleranzen mal summiert, wird das Ergebnis kaum besser, als 5/100mm. Die Genauigkeit kann man auch mit ungenaueren Messmitteln verbessern, indem Differenzmessungen gemacht werden (Umschlag, Lineal umdrehen, durchschieben) - das erfordert aber ein extrem penibles Vorgehen.

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:47

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 11:32 Uhr#3
Kann man eigentlich die Muttern einfach von der Spindel runter drehen oder kann da irgend was raus fallen, die gleiche Frage hab ich bei den Wagen der Linearschienen. Muss man da was sichern wenn man sie abzieht?

Wenn man die Muttern einfach von der Spindel runterdreht, hat man den schoensten Kugelregen. Wenn man drauf vorbereitet ist und das bspw. ueber einem Karton macht, ist es nur sehr muehsam die einzelnen Kugeln wieder reinzufummeln (besonders die inneren Umlaeufe), wenn nicht, ist es relativ unwahrscheinlich dass man alle wiederfindet
:D

Bei Aufbau/Inbetriebnahme ist da besonders die Z-Achse kritisch, solange der Anschlag noch nicht montiert ist. Wenn man dann in jugendlichem Uebermut einfach losfaehrt und nicht rechtzeitig wieder anhaelt, faehrt man u.U. die Spindel aus der Mutter und die Linearfuehrung aus dem Wagen.

Um die Mutter von der Spindel runterzukriegen (und wieder drauf), benutzt man eine Huelse, die im Innendurchmesser auf die Lagerpassungen passt (etwas groesser) und im Aussendurchmesser in die Mutter passt (etwas kleiner).

So sieht eine Standardhuelse aus, die man zu einer einzelnen Mutter dazubekommt.
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Bei kompletten Spindeln gibt es keine dazu und die wuerden sowieso nicht passen wg. Lagerpassung 12mm - ueblich ist 10 auf der Loslagerseite und nur da gehen die auch drauf.

Ich habe mir aus Alu-Rohr extra eine gedreht
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Vor laengerer Zeit hatte ich mal irgendwo duennwandiges Mesingrohr gesehen, was von den Massen ungefaehr hinkam - finde ich grade nicht wieder. Man braucht innen ca. 12.1 und aussen ca. 13.7 mm

Wenn doch mal einzelne Kugeln vermisst werden, ist das auch keine Katastrophe. Es gibt Haendler, die (fast) alle Durchmesser fein abgestuft in Kleinmengen anbieten - dann braucht man nur eine Mikrometerschraube um die verbliebenen auszumessen und bestellt passend nach.

Achja: Weder eine Kugelumlaufmutter noch ein Linearwagen wird unbrauchbar, nur weil in einem Umlauf/Kugelreihe 1 oder 2 Kugeln fehlen, Das wird man idr. nicht mal merken. Persoenlich wuerde ich aber fehlende Kugeln immer ersetzen...

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 11:43 Uhr#4
Aufbau


Vorweg

(1) Montage: Die Linearwagen haben innen vier freilaufende Kugelreihen. Von allein faellt da keine Kugel raus; beim raufschieben auf die Schienen koennen die aber schonmal leicht verkanten und dann huepft auch gern mal eine Kugel davon...

..die Dinger haben ab Werk eine Transportsicherung (spacer)
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den stoesst man gegen ein Ende der Schiene und faehrt den Wagen dann vom spacer auf die Schiene. Dabei bitte keine Gewalt anwenden, damit es nicht die Dichtung zerbroeselt. Leichter Druck reicht - wenn nicht, dann nochmal von vorne bzw. auch mal vom anderen Schienenende versuchen.
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(2) Vorspannung*: Alle Wagen sind V1 = "mittel" vorgespannt. Der Bereich "mittel" geht von -6 bis -16 um. Die Vorspannung steht auf jedem Wagen:
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in diesem Fall 11um - je hoeher die Zahl, um so staerker die Vorspannung = um so steifer der Wagen. Ich sortiere die Dinger vorher und verbaue in der Reihenfolge: Staerkste Vorspannung auf die Z-Achse; zweitstaerkste auf die X-Achse (Portalachse) und die Restlichen dann auf die Y-Achse.


Siehe Ergaenzung .

Nun zum Aufbau.


Wir beginnen mit dem Portal

Wer mag, fuellt die oberen beiden Hohlraeume mit Sand. Ich habe mir dazu kleine Sperrholzstueckchen gefraest
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die ich in die Enden druecke
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und mit Heisskleber verschliessen
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der Sand wird dann mit Trichter eingefuellt - ca. halbvoll
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und das andere Ende dann genauso verschliessen.


Die Schiene wird mittig ausgerichtet (links und rechts sind ~1mm Luft) und mit 7 Schrauben M6x30 auf den Portalbalken geschraubt - nur die beiden aeusseren Schrauben leicht anziehen; die anderen bleiben erstmal lose (aber unter der Oberflaeche der Schiene).
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dann wird das grundsaetzliche Hoehenniveau festgelegt. An beiden Schienenenden auf 18,5mm ueber UK Portalbalken (idealerweise gegen Referenzflaeche)
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die beiden aeusseren Schrauben werden wieder leicht angezogen.

******* Edit vom 01.11.2015 ***********

Hier habe ich eine kleine Aenderung in der Vorgehensweise gemacht. Aktuell messen wir ja die Schiene auf Parallelitaet zur Unterkante des Portalbalkens ein. Der korrekte Bezug ist aber eigentlich Oberkante (die zweite Linearschiene) und UK und OK sind nicht zwangslaeufig exakt parallel. Besonders bei der heavy (wo die obere Schienenauflage nochmal plangeschliffen wird und somit auch die letzten 1-2/100 Fehler eliminiert werden) wird es mit dieser Methode genauer.

Nachdem die Grobausrichtung der Schiene gemacht ist, wird der Portalbalken auf den Kopf gestellt und an beiden Enden gemessen.
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Eventuelle Abweichungen werden korrigiert - dann wird der Balken wieder umgedreht und das korrekte Niveau durch Unterlegen von Alufolie auf einer Seite hergestellt.
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In diesem Fall hat es gestimmt - ich hatte aber auch schon Abweichungen bis 4/100, die dann einseitig ein Kippmoment auf die obere X-Schiene bringen wuerden.

******* / Edit vom 01.11.2015 ***********


Dann wird der Wagen aufgeschoben und ueber die ganze Laenge auf Ebenheit eingestellt. Jede Schraube dann leicht anziehen, korrigieren und wenns dann ueberall stimmt, festziehen und nochmal pruefen. Das dauert ein wenig und sieht dann idealerweise so aus:




youtu.be/3YsKXVHIlIY



Ersatzweise (wenn man keine Messplatte hat) kann man auch gegen Schiene einstellen. Hier dann als Referenz die ueberfraeste Oberseite benutzen. Magnetstativ auf einen Wagen und Uhr gegen die Kante der Schiene
DSC_0213.JPG

So genau, wie mit der Messplatte wird das allerdings nicht. Die Hartgesteinplatte hat einen Ebenheitsfehler von 2,8um ueber die gesamte Oberfaeche bzw. deutlich unter 2u im Messbereich. Meine Stahlschiene ist Grad 0 und hat damit angeblich 9,5um auf 750mm - messen kann ich aber reproduzierbar ca. 2/100. Das habe ich mehrfach geprueft...



Wenn alles stimmt, werden die Stopfen in die Schraubenloecher geschlagen. Eben aufsetzen, leicht andruecken, mit Hartholz, Alu oder Messing (und einem kraeftigen Hammer) plan einschlagen.
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Idealerweise (gelingt mir auch nicht immer) schliessen die dann eben mit der Oberfaeche ab. Steht was ueber, faehrt bei jedem Ueberfahren die Dichtung dagegen (was ihr sicher auf Dauer nicht gut tut) - sitzen sie zu tief, sammeln sich im Laufe der Zeit Schmutz und Spaene in den Vertiefungen, die der Wagen dann beim Ueberfahren mitnimmt und ergo dann drin ist....

...natuerlich gips auch dafuer Loesungen - wenn man das noetige Kleingeld hat...
:D




youtu.be/EHOG50RGpT0



Wagen aufschieben - Fertig!
DSC_0220.JPG

Der Schmiernippel sitzt rechts und zeigt nach oben (so ist die Aussparung in der rechten Wange). Wenn das nicht passt, den Wagen umdrehen, den Schmiernippel drehen bzw. ihn auf die andere Seite tauschen. Da ist dann eine Blindschraube. Die Gewinde sind aus Kunststoff - bitte keine Gewalt anwenden, denn nach fest kommt ab. Im Zweifelsfall lieber eine halbe Umdrehung rueckwaerts....

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:00 Uhr#5
...weiter im Text:

Als Naechstes wird das Loslager in die linke Wangenseite eingesetzt. Am besten die Lager in den Tiefkuehlschrank und den Sitz mit der Heissluftpistole erhitzen. Falls es schwergaengig ist (oder verkantet) dann im Schraubstock (nur auf den Aussenring druecken, sonst ist das Lager hin).
DSC_0223.JPG

Ich habe gleich die vordere Platte des Grundrahmens mitgemacht - falls man nicht sicher ist, lieber Schritt fuer Schritt, auch wenns laenger dauert.
DSC_0224.JPG

nun werden die Wangen mit dem Portalbalken verschraubt. Je Seite 4 Stueck M6x40 und 4 U-Scheiben
Auf der rechten Seite fuer die 3 oberen Schrauben nur kleine Scheiben (sonst kollidieren die mit dem Motorhalter)
DSC_0225.JPG

Rest mit grossen Scheiben...
..die Schrauben werden noch nicht fest angezogen.
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Jetzt braucht man wieder eine ebene Flaeche - das Portal wird auf die Vorderseite gelegt und die Schrauben werden (kippelfrei) handfest angezogen
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Nachmessen: beide Seiten muessen (ohne Lichtspalt) senkrecht stehen. Gemessen wird an der Auflageflaeche der Linearwagen. Das ist wichtig(!), weil wir die Parallelitaet der Wangen brauchen, wenn wir den Grundrahmen einstellen.
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Falls es nicht passt, kann man mit Alufolie ausgleichen. Normale Haushaltfolie hat um 12um (ueblicherweise 10-15) - die kann man auch doppelt, dreifach, vierfach nehmen. Wenn man mal mehr braucht, ist Asiettenmaterial gut geeignet. Das gibt es von 20u (Abdeckfolien) bis ueber 100u (Einmalservierplatten).
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In diesem Fall hats gestimmt und ich habe es wieder rausgenommen. An dieser Stelle sollte man auch nicht zu perfekt arbeiten, weil man das spaeter evtl. nochmal aendern muss (Einstellung des Winkels X-Y).

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:07 Uhr#6
...wir legen das Portal erstmal beiseite und machen mit dem Grundrahmen weiter.
Falls nicht schon passiert, muss jetzt das Loslager an der Vorderseite rein.

So muss das zusammen. Die Platte mit den zusaetzlichen Loechern kommt nach hinten. Linken Traeger nach links; rechten nach rechts.
Die Seite mit den runden Loechern (fuer die Laengstraeger) jeweils links, die Langloecher rechts

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Die Schienen kann man auch spaeter anschrauben, jetzt geht es aber besser. Wieder M6x30 - 10 Stueck pro Seite. Vorteilhaft, das Gewinde der Schrauben leicht einzufetten, falls man es mal wieder auseinanderbauen will.
(Leicht) angezogen werden wieder nur die Aeusseren.
DSC_0234.JPG

Dann 16 Stueck M6x35 mit grossen U-Scheiben zu Befestigung der Laengstraeger. Auch hier noch nix richtig festschrauben.
DSC_0238.JPG

So - hier wirds jetzt wirklich heikel. Der komplette Grundrahmen kommt "ueber Kopf" auf die Messplatte. Dafuer habe ich keine andere Loesung, die ausreichend genau ist. Versuche mit Arbeitsplatte und auch (scheinbar planer) MDF-Platte hatten mindestens mehrere Hundertstel; eher Zehntel Verdrehung des Rahmens zur Folge. Wenn ich das DIng dann auf die Messplatte gelegt habe und die Schrauben nochmal geloest, hat es immer deutlich geknackt - also hat sich irgendwas entspannt. Falls man also Jemanden mit einer solchen Platte kennt, denRahmen ins Auto und hinfahren. Ansonsten wird spaeter wahrscheinlich eine Seite aufwaerts fahren und die andere abwaerts - das Ding wird also nicht richtig eben sein. Die Frage ist nur, wieviel....
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Alle Schrauben (der Laengstraeger) werden nochmal gelockert. Der linke (bzw. jetzt rechte) mit den runden Loechern wird press mit der Schiene gegen die Stirnplatte gedrueckt (vorne und hinten)
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Die Schienen auf allen 4 Ecken wieder ungefaehr auf gleiche Hoehe (18,5mm)
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Kontrolle, ob alles Senkrecht ist - ansonsten muesste man den Laengstraeger leicht verdrehen.
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Wenn o.k. wird diese Seite festgezogen. Der Grundrahmen darf nicht kippeln - diagonal draufdruecken. Die Stirnplatten muessen komplett aufliegen und die Traeger zumindest an den Enden. Die Seite mit den Langloechern wird nur provisorisch festgeschraubt.

Ich fahre dann beide Seiten mal schnell mit der Uhr ab, stelle das auf ein paar Hunderstel Abweichung ein und ziehe noch 2 Schrauben pro Seite leicht an. Muss jetzt nicht genau werden, aber ungefaehr schon. Dauert nur wenige Minuten - die Schienen von CPC sind meist von Hause aus schon sehr grade.
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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:18 Uhr#7
...dann montiert man das Portal (die Seite mit den Langloechern lockern) und das Portal macht sich den Abstand der Laengstraeger selbst.
*

6 Schrauben M6x25 mit grossen U-Scheiben und 2 Schrauben M6x16.

Ich mache das auf Kopf - das geht aber nur mit einer passenden Messplatte
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alternativ (bei stehender Fraese) mit Fixierung des Laengstraegers in der Hoehe
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attachment109875.jpg (17.44 KiB) 48818 mal betrachtet

Danach wird nochmal der Abstand der Fuehrungen auf der ganzen Laenge gemessen und ggf. korrigiert.
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Wenn das stimmt, werden die Laengsfuehrungen sauber einjustiert und festgezogen.


* Bei diesem Verfahren verbleiben idr. immernoch Fluchtungsfehler von einigen 1/100mm. Ich habe mittlerweile diesen Schritt geaendert und arbeite nach Innenmass Portal (mehrfach mit Messchieber nachgemessen) und bringe danach den Grundrahmen auf Breite. Damit schaffe ich um 2/100mm Geradheit auf die 600mm Laenge.

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:26 Uhr#8
..nun die Querstreben. Gleiches Spiel, wie beim Portalbalken: Sperrholzplaettchen und Heisskleber.
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Diesmal kommt ein Gemisch aus Bleigranulat und Sand rein. Ca. 1kg Blei
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mit Sand aufgefuellt (unter schuetteln), bis alle Zwischenraeume gefuellt sind
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..und diesmal werden sie auch voll gemacht.
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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:48

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:36 Uhr#9
...weiter gehts: Nun die Winkel um die Querstreben einzusetzen.

Wir brauchen 4 grosse und 8 kleine Winkel
DSC_0254.JPG


die Winkel haben 4 vorstehende "Nasen" um die Zentrierung in der Nut einfacher zu machen.
DSC_0255.JPG


* leider habe ich bis heute keinen Lieferanten fuer bezahlbare (grosse) 60x60x30-Winkel fuer Nut6 gefunden. Die verwendeten haben Nut8 - die "Nasen" sind also zu breit. Die koennte man jetzt schmaler feilen, mit der Zange abbrechen, oder man haut einfach mit dem Hammer drauf
:D




youtu.be/OMzDJ2slGbA



Um den Kram zusammenzuschrauben brauchen wir 36 Nutensteine M6, 4 Schrauben M6x22 (Stirnplatten) , 16 Schrauben M6x16 zur Befestigung der grossen Winkel und 16 Schrauben M6x14 fuer die kleinen Winkel - jeweils mit U-Scheibe.

Als Erstes setzen wir die Nutensteine ein. Richtmasse (um sie nachher auch mit den Schrauben zu treffen):

Stirnplatten: Jeweils 50mm von den Aussenkanten
Grosse Winkel: Jeweils 20 + 50mm von den Aussenkanten
Kleine Winkel: Jeweils 20 mm von den Aussenkanten
Laengstraeger: Jeweils 80 + 110 + 152 + 252 mm von beiden Enden (Innenmass am Stirnplatte)
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Der Abstand der Quertraeger betraegt ca. 112mm. "Ca." deshalb, weil die 60er Profile nicht immer (eher selten) genau 60 breit sind, sondern Irgendwas zw. 59,xx und 60,xx - in diesem Fall 59,5 mm.
Ich benutze eine "Lehre" fuer die Abstaende - einfach ein Abfallstueck, was auf 112mm Laenge gefraest ist.
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Wir beginnen mit den Verschraubungen an den Stirnpaltten.
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attachment109884.jpg (9.78 KiB) 48639 mal betrachtet


Genausowenig, wie die Breite exakt masshaltig ist, verhaelt sich das mit den Winkeln. D.h.: Die Profile werden beim Festziehen immer ein wenig "wegkippen" - das muss man kompensieren (bzw. Korrigieren) damit nachher die Aufspannflaeche eben ist. Ich benutze dafuer wieder die Schiene; eingestellt wird per Lichtspalt und/oder Fuehllehre. Dabei versuche ich unter 5/100 Ebenheitsabweichung zu bleiben. Referenz sind die Stirnplatten.
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Im Zweifelsfall lieber ein wenig niedriger. Zumindest, wenn man spaeter eine T-Nutenplatte draufbauen will, ist es einfacher ein wenig Folie drunterzupacken, als dass sich die Platte dann ueber einem "Buckel" krumm zieht. MDF oder Spanplatte ist eher unkritisch, weil die dann beim Ueberfraesen "grade" wird.

Also von der Reihenfolge: Erst die Querverbinder v+h beginnend mit den Verschraubungen an den Stirnplatten, dann die beiden Anderen. Dabei immer erst locker verschrauben, messen und dabei immer etwas fester ziehen und wieder messen. Beim Festziehen immer erst die Schrauben am Rahmen bzw. Laengstraeger, dann die anderen.


Das Problem mit den Winkeln hat sich mittlerweile entschaerft. Die "kleinen" Winkel passen nun und es werden auch die "richtigen" Schrauben M6x14 zu den kleinen Winkeln mitgeliefert * Ergaenzung 2: Die grossen Winkel (60x60) haben nun auch passende Nasen. Allerdings sind das "Universalwinkel" fuer Nut 6 und Nut8 - d.h.: Die nicht benoetigten Nasen (8er) muss man auch rausbrechen und ggfs. die Bruchstellen glattfeilen

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Re: Kleine robuste Fraese - (nur) Aufbau und Einstellung

Beitrag von KarlG » 05.01.2016, 21:49

Original Author in der FPVC: KarlG » 14.11.2014 um 12:45 Uhr#10
...jetzt wird wieder das Portal aufgesetzt und ein moeglichst grosser (und praeziser) Winkel an der Laengsseite ausgerichtet.
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..dann quer den rechten Winkel pruefen und ggf. korrigieren . Die Korrektur muss (wenn noetig) auf beiden Seiten passieren, damit im Endeffekt die Wangen wieder parallel sind.
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Jetzt der Antrieb. Spindel mit Mutter + Mutternhalter + 90 Grad -Schmiernippel. Den Schmiernippel einschrauben und ausrichten...
DSC_0264.JPG


* ...4 Schaftreduzierte Schrauben M5x20 mit U-Scheiben und alles lose zusammenschrauben
DSC_0267.JPG



so:
DSC_0270.JPG

dann das Festlager. Von innen nach aussen:
1 Schraegkugellager 7201
1 Schraegkugellager 7201 mit Lagerschale (Bund nach links)
1 U-Scheibe
3 Tellerfedern parallel so-> (((
1 Feingewindemutter M12x1

Aufbau ab Spindelende/Innenring aeusseres Lager also: U-Scheibe, 3 Tellerfedern, Feingewindemutter mit der glatten Seite nach innen
- |((([]
DSC_0269.JPG

Die Lager zeigen mit ihren breiten Aussenringen gegeneinander. Dann wird die Spindel (von innen) eingesetzt...
DSC_0272.JPG

...und das Paket wird verschraubt. DIe Feingewindemutter soweit anziehen, bis alles Spielfrei und straff (aber nicht schwergaengig) laeuft.
Dann den M4-Gewindestift festziehen und nochmal prüfen, ob das Lager noch sauber läuft.

Lagerschale erstmal mit 2 M5-Schrauben fixieren, den unteren Portalverbinder aufsetzen und alles lose verschrauben. Portalseitig 4 M6x25; fuer die Antriebsmutter 4 M5x20 - jeweils mit U-Scheibe
DSC_0273.JPG


* Die Kugelumlaufmutter wird nur noch mit 4 Schrauben befestigt

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