Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Fragen / Tips zu Serienmaschinen und was sonst nirgends reinpasst
Immutef
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Re: Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Beitrag von Immutef » 09.02.2018, 14:42

Moin Reinhard,

weitere Messmittel werde ich mir anschaffen, sobald ich die Anforderungen an diese kenne (so ne Granitplatte möchte ich gern nur so groß wie nötig kaufen, die sind ja schon ziemlich teuer [und schwer] - sofern man wirklich eine benötigt) - ich bin leider kein IKEA Schrank in Höhe*Breite und muss daher etwas auf Handhabbarkeit meiner Geräte/Maschinen achten :am

Würde eine komplett umfräste Alu-Platte eigtl. als Referenz taugen? Angenommen mein Bekannter fräst mir eine Aufspannplatte in ~650x550mm aus - kann ich die gefrästen Ränder als Referenz zum ausrichten der Alu-Profile und die Oberfläche zum ausrichten der Schienen nutzen? Damit könnte ich mir dann ja ggf. auch die Granitplatte sparen.

Das mit den 15er Wagen klingt nicht verkehrt, würde sich preislich ja auch ähnlich wie 'n langer 25er Wagen verhalten, aber deutlich steifer sein. Leider wäre dann mit HRC25 nur 28mm Höhe verfügbar, also müssten Auflager auf X & Z her - diese Art der Konstruktion würde ich nach Möglichkeit gerne vermeiden.

Alternativ könnte man eine 12er Spindelmutter rückseitig 3-4mm versenkt nutzen, da diese nur 30mm hoch sind. Da stellen sich dann andere Fragen bezüglich der Leistungsfähigkeit eben dieser (in Bezug auf CFK-Fräsen) ... an einem 3D-Drucker habe ich 12er Spindeln im Einsatz, die gefallen mir sehr gut (und verfahren das Bett auch mit 40mm/s) aber mit den Nema 17 Steppern ist da leistungsmäßig für mich grad kein Vergleich da.

Mit (unterstützten) Wellen und ähnlichem möchte ich übrigens nichts mehr bauen. Man lernt Profilschienenführungen halt irgendwann lieben & schätzen - die möchte ich daher an keiner Maschine mehr missen ;-)

Grüße,
Pierre

django013
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Re: Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Beitrag von django013 » 10.02.2018, 06:37

Moin Pierre,
so ne Granitplatte möchte ich gern nur so groß wie nötig kaufen, die sind ja schon ziemlich teuer [und schwer] - sofern man wirklich eine benötigt
Naja - Granit ist nur eine Option. Du brauchst eben eine Fläche, von der Du weißt, dass sie eben genug (für Deine Ansprüche) ist, um Deine Maschine einzumessen.
Bei einem Schlosser wirst Du einen Richttisch aus Stahl finden und im Nachbarforum gab es letztens einen Bericht von jemand, der sich beim Steinmetz eine Sandsteinplatte ausgeliehen hat. Das finde ich z.B. auch eine sehr interessante Idee - schließlich ist es unwahrscheinlich, dass man nach dem Ausrichten der Fräse die Messplatte in der Größe nochmal braucht.

Eine Variante für die 2 Maschinen-Lösung wäre z.B. eine Optimum MB4 für den Metallbereich (vorausgesetzt, Du hast 400V Kraftstrom in der Werkstatt) und eine CNC14 für CFK und leichte Holzarbeiten. Damit könntest Du rel. schnell loslegen und schauen, was Dir mehr liegt - und dann eben die Variante ausbauen, die Dir mehr liegt.
Würde eine komplett umfräste Alu-Platte eigtl. als Referenz taugen?
Hm, würde ich mir nicht antun. Ist schwer, teuer und unzuverlässig.
Bei den 3D-Druckern gibt es hinreichend Berichte von massiven, gefrästen Druckbetten, die sich beim Erwärmen wölbten. Das bedeutet - ungleichmäßige Temperaturverteilung in der Platte und die Ebenheit ist dahin.
Stein bietet sich genau aus diesem Grunde an - Stein hat einen recht kleinen Temperaturkoeffizienten.
also müssten Auflager auf X & Z her - diese Art der Konstruktion würde ich nach Möglichkeit gerne vermeiden.
Bevor Du Bauchweh vor einer möglichen Konstruktion bekommst, solltest Du erstmal für Dich festlegen, was Du willst und wie es mit Deinem Budget und Selbstbau-Möglichkeiten aussieht.
Wenn Du z.B. mit einer MB4 anfängst, dann kostet Dich alles andere nur noch ein Lächeln. Reißt aber ein gehöriges Loch ins Budget. Trotzdem sehr interessant - wenn man denn den Platz für mehrere Maschinen hat.
Wenn Du günstig Zugang zu einer funktionierenden Fräse hast, dann brauchst Du die 2-Maschinen-Variante nicht.

Wie auch immer - zuerst kommt Deine Entscheidung, was Du willst. Dann kann man die Eckdaten für eine (Selbstbau-)Fräse festklopfen und danach kann man auch anfangen mit skizzieren :)

Gruß Reinhard

Immutef
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Re: Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Beitrag von Immutef » 10.02.2018, 10:52

Moin Reinhard,

ich habe mich die letzten Tage noch mal intensiv durch diverse Themen gewühlt und mich bei ein paar anderen Themen schlauer gemacht, und das Feedback hier verdaut. Dann treffe ich jetzt mal für mich eine Entscheidung (bzw. mehrere) - anhand von klaren Anforderungen und meinen speziellen Wünschen. Immerhin: das Diskutieren hier hilft schon mal enorm seine Gedanken zu sortieren ;-)
  • ich möchte jetzt eine DIY-Fräse bauen (Lerneffekt, Gerät das ich "kenne", für Zweck/Leistung optimiert)
  • der konkrete Zweck: CFK-Platten bis 10mm dicke, ggf. Aluminium-Platten bis 6mm (werde ich dann testen ...)
  • genutzter CFK-Zuschnitt wird 550x350mm, daher möchte ich entsprechend Aufspannen können (~600x400mm)
  • der Fräsbereich/Verfahrweg kann kleiner Ausfallen (bis 400x400mm, da dies die größten Teile werden)
  • permanent installiertes Wasserbad inkl. Abflussmöglichkeit, damit die Maschine nicht bewegt werden muss
  • ich möchte angenehm hohe Arbeitsgeschwindigkeiten erreichen
  • möglichst wenig Messmittel anschaffen (ggf. ausleihen)
  • Komplexität anfänglich gering halten
Folgende Technik möchte ich bei dieser Fräse einsetzen:
  • Konstruktion aus Alu-Profilen und Frästeilen (letztere fräst mir ein Bekannter für 'n Kasten Bier)
  • bewährte Portal-Bauweise, also angelehnt an Karla, Henriette und wie sie alle heißen
  • kein Gantry-Antrieb (verkompliziert für mich alles nur unnötig, auch wenn spannend)
  • Linearführungen von CPC, sofern der Preis nicht horrend steigt, auch mit Kugelketten
  • jede Achse mit einem Kugelgewindetrieb, ggf. auch mit angetriebener Mutter
  • Motorisierung soll Lichuan LCDA357H & LC57H380 werden
  • sofern es die Konstruktion hergibt, mit Untersetzung
  • Steuerung wird eine UC400ETH mit CNC-Technics BoB
  • HF-Spindel (??kW), FU, ggf. am Anfang doch Kress
  • nach Möglichkeit Ware aus DE, auch mit Aufpreis ;)
Sofern ich später mehr will (Alu/Kunststoff bis 25mm bearbeiten) würde ich eine weitere DIY-Fräse bauen, aber dann speziell für diesen Zweck/mit den neuen Anforderungen im Hinterkopf. Diese potentielle zweite Fräse spielt jetzt aber keine Rolle. Falls ich noch weitere Entscheidungen fällen müsste, für Ratschläge ewig dankbar :dh

Grüße,
Pierre

KarlG
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Re: Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Beitrag von KarlG » 10.02.2018, 11:59

Bau die Karla nach, dann musst Du nicht alles neu erfinden. Die leistet, was Du brauchst und noch Einiges mehr...

django013
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Re: Vorstellung & Planung “Fräse mit Potential”

Beitrag von django013 » 10.02.2018, 15:08

Moin Pierre,
Bau die Karla nach
Schau mal hier die Abmessungen und Preise. Falls die Karla Deine Vorstellungen erfüllt, würde ich Dir empfehlen auch eine Karla zu kaufen.
Die ist vielfältig im Einsatz, hat gezeigt, dass sie auch bei Stahl nicht schlapp macht und Karl hat den Highspeed-Test bis 12m/min gefahren. Kann also nicht verkehrt sein :)
Wenn Du sowieso vorhast, Richtung Metall zu gehen, dann nimm die "heavy"-Variante.

Falls die Verfahrwege nicht passen, dann würde ich völlig neu planen. So wie anfangs beschrieben. Mit Biegerechnung und pipapo. Wenn Du Dir dann noch verschiedene Varianten anschaust und durchrechnest, dann hast Du das größte Erfolgserlebnis in Sachen Maschinenbau. Aber auch das größte Risiko, dass was daneben geht ;) :shock:
Aber ok, wenn Du jemand an der Hand hast, der ne einsatzfähige Fräse hat, dann kann nimmer viel daneben gehen ;)

Gerade wenn Du Lenkräder und ähnliche runde Sachen machen willst, könnte auch eine 4.Achse für Dich interessant sein. Falls ja, erstell Dir einen Block mit den Abmaßen so eines Rundtisches im CAD. Dann weißt Du, wieviel Platz Du dafür brauchen würdest.

Gruß Reinhard

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